Rheindeich Neuwied-Engers

Gruppenfoto auf dem Deich
Umweltministerin Katrin Eder (re.) und SGD-Nord-Präsident Wolfgang Treis (2. v. li.) präsentierten gemeinsam mit Jan Einig (li.), Oberbürgermeister der Stadt Neuwied, und Johann-Dieter Neckenig (2. v. re.), Ortsvorsteher in Engers, die Infotafel für den sanierten Deich.

Seit über 90 Jahren bietet der Deich in Neuwied-Engers den Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt Neuwied einen zuverlässigen Schutz vor Hochwasser. Im Zuge einer grundlegenden Sanierung durch die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord wird diese wichtige Funktion nun weiterhin gewährleistet. Sowohl der Schutz der Bevölkerung vor extremen Hochwasserereignissen als auch die Sicherstellung der Trinkwasservorsorge sind gegeben.

Hintergrundinformationen und Historisches

Die Stadt Neuwied wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts alle drei bis vier Jahre vom Rheinhochwasser überschwemmt. Für eine zukunftsträchtige Stadt mit regional bedeutender Wirtschaft war der Bau einer Hochwasserschutzanlage somit unumgänglich. Im Einklang mit dem Fortschritt technischer Innovationen konnte der Bau der Neuwieder Deichanlage im Zeitraum von 1928 bis 1931 umgesetzt werden. Diese Anlage allein schützte die Bewohner jedoch nur vor dem Hauptstrom des Rheins. Eine weitere Gefahr ging von einem Altarm des Rheins bei Neuwied-Engers aus, der durch das Trinkwasserschutzgebiet "Engerser Feld" verläuft und bei Hochwasser die Stadt Neuwied von der rückwärtigen Seite überschwemmte. Auch hier war eine Hochwasserschutzanlage erforderlich.

Deichertüchtigung von 2021 bis 2024

Bei der Überprüfung der Deichsicherheit stellte die SGD Nord wesentliche Mängel am Rheindeich in Neuwied-Engers fest, zum Beispiel eine mangelhafte Verdichtung der Deichmaterialien, Setzungen sowie Inhomogenitäten der Böschungsneigung des Deichkörpers. Zudem fehlten der nach dem technischen Regelwerk erforderliche Freibord sowie der Deichverteidigungsweg. Aus diesen Gründen musste eine Deichertüchtigung geplant und durchgeführt werden. Die Bauarbeiten wurden im August 2021 begonnen und im Frühjahr 2024 abgeschlossen. Das Land Rheinland-Pfalz hat über 11 Millionen Euro in die Baumaßnahmen investiert und 90 Prozent der Gesamtkosten übernommen.

Vor dem Beginn der Bauarbeiten mussten Eidechsen umgesiedelt werden und es wurde eine Kampfmittelräumung durchgeführt, bei der über 174 Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg geborgen wurden. Auch stieß man auf steinzeitliche Siedlungsspuren, die in Zusammenarbeit mit den Experten der Generaldirektion Kulturelles Erbe gesichert wurden. Zudem traten verschiedene Herausforderungen auf, darunter Vandalismus und Diebstahl. Dennoch ist es trotz Verzögerungen gelungen, den Hochwasserschutz für die Hochwassersaison 2023/2024 termingerecht fertigzustellen.

Der Deich wurde in Abschnitten von je 75 Metern zurückgebaut, um auf eintretende Hochwasserereignisse binnen 24 Stunden reagieren zu können und die Stadt während der Bauphase ausreichend zu schützen. Anschließend wurde der Hochwasserschutz als Drei-Zonen-Deich mit Stützkörper, Oberflächenabdichtung und Auflastfilter wieder aufgebaut. Der Deich verläuft westlich der Bahnbrücke weitgehend entlang des ursprünglichen Verlaufs rheinabwärts und schwenkt östlich bei Engers ab, um dem Elmsweg nach Nordosten zu folgen, wo er im natürlich ansteigenden Gelände endet.

Übersichtskarte

Übersichtskarte Rheindeich Neuwied-Engers
Übersichtskarte Rheindeich-Neuwied

Querschnitt

Querschnitt Rheindeich Neuwied-Engers
Querschnitt Rheindeich Neuwied-Engers