WSG Stollen Alexandria

Entwurf der Rechtsverordnung
Bekanntmachungen
Weiterführende Informationen Hintergrund

Die Festsetzung von Wasserschutzgebieten ist kein Selbstzweck. Sie erfolgt, um Grundwasservorkommen im Interesse der derzeit bestehenden oder künftigen öffentlichen Wasserversorgung vor nachteiligen Auswirkungen zu schützen und so sicher zu stellen, dass die Bevölkerung jederzeit mit Trinkwasser guter Qualität versorgt werden kann. Gemäß § 51 Abs. 2 WHG sollen Trinkwasserschutzgebiete nach Maßgabe der allgemein anerkannten Regeln der Technik in Zonen mit unterschiedlichen Schutzbestimmungen unterteilt werden

Hierzu sind im Regelfall die Vorgaben des Arbeitsblatt W101 des DVGW zu beachten. Die Grenzen der Schutzzonen sind somit nach den tatsächlich vorhandenen örtlichen hydrogeologischen Verhältnissen festzusetzen. Das Wasserschutzgebiet muss dabei das gesamte Einzugsgebiet der Wasserfassung beinhalten.

Allerdings sind auch innerhalb des Schutzgebietes Befreiungen von Verboten, Beschränkungen sowie Duldungs- und Handlungspflichten möglich, soweit der Schutzzweck nicht gefährdet wird oder Gründe des Wohls der Allgemeinheit dies erfordern (§52 Abs. 1 Satz 3 WHG).

Der „Stollen Alexandria“ ist aufgrund der Ergiebigkeit und der geförderten Entnahmemenge die bedeutendste Wasserversorgungsanlage im Westerwald und bedarf eines besonderen Schutzes.
Das im „Tiefen Wasserstollen“ der ehemaligen Braunkohlengrube „Alexandria“ auslaufende Grundwasser wird von den beiden Verbandsgemeindewerken Bad Marienberg und Westerburg zur Trinkwasserversorgung genutzt und über einen überörtlichen Verbund zu den beiden Verbandsgemeinden Selters und Wallmerod geliefert.

Das Einzugsgebiet des Stollens Alexandria umfasst sämtliche mit dem Stollen in Verbindung stehenden Grubenbaue sowie die Bereiche, aus denen – morphologisch bedingt - ein Zufluss zu diesen gegeben ist. Durch das weit verzweigte Stollen- und Streckensystem des ehemaligen Braunkohlenuntertagebaus weist die Oberflächennutzung unterschiedliche Gefährdungspotentiale für das Stollenwasser auf. Erschwerend kommt hinzu, dass durch die vorhandenen Grubenpläne nicht alle Bereiche abgedeckt sind, in denen ein Abbau stattgefunden hat, da in früheren Zeiten ein unerlaubter Abbau („Schwarzabbau“) stattfand.

Das Stollensystem erstreckt sich über die Verbandsgemeinde Bad Marienberg, Westerburg und Rennerod. Es sind in der Verbandsgemeinde Bad Marienberg  folgende Ortsgemeinden berührt: Nisterau, Hof, Stockhausen-Illfurth, Fehl-Ritzhausen, Großseifen, Hahn b. Marienberg und die Stadt Bad Marienberg, über die Verbandsgemeinde Westerburg im Bereich der Ortsgemeinden Höhn (mit den Ortsteilen Oellingen, Schönberg und Neuhochstein) Ailertchen und Pottum sowie über die Verbandsgemeinde Rennerod im Bereich der Ortsgemeinde Hellenhahn-Schellenberg.

Der Rechtsinhaber zur Entnahme von Grundwasser aus dem „Stollen Alexandria“ zum Zweck der öffentlichen Trinkwasserversorgung ist die Verbandsgemeinde Bad Marienberg. Die Vereinbarung zwischen den beiden Verbandsgemeinden Bad Marienberg und Westerburg zur Sicherstellung der Wasserversorgung durch die Lieferung von 2.000m² pro Tag wurde mit Bescheid der ehemaligen Bezirksregierung Koblenz vom 09.08.1983 genehmigt. An diesem Vertrag wird bis zum heutigen Tag festgehalten.

 

 

Weiterführende Informationen Historie

15.12.1971 Erstellung der Antrags- und Planunterlagen für Wasserrechtsantrag zur Entnahme von Grundwasser durch die Stadt Bad Marienberg

14.08.1972 Erteilung einer Bewilligung für Grundwasserentnahme Stollen „Alexandria“ durch ehem. Bez.-Reg. Koblenz  (2 Mio. m³/a)

19.06.1976 Abgrenzung des Wasserschutzgebietes für den Stollen „Alexandria“ durch die Fachbehörden

05.10.1979 Antrags- und Planunterlagen für Festsetzung WSG von Bad Marienberg

27.09.1983 Festsetzung Wasserschutzgebiet Stollen „Alexandria“ durch ehemalige Bez.-Reg. Koblenz

März 1999 Vorschlag zur Neuabgrenzung eines Wasserschutzgebietes für den Stollen Alexandria vom ehemaligen Geologischen Landesamt Mainz 19.10.1999 und 20.10.1999 Neuabgrenzung Wasserschutzgebiet durch  ehem. Staatliches Amt für Wasser- u. Abfallwirtschaft Montabaur

28.11.2013 Wasserwirtschaftliche Beurteilung für Festsetzung Wasserschutzgebiet Stollen „Alexandria“ von Regionalstelle Montabaur

08.12.2014 Festsetzung einer vorläufigen Anordnung –Inkrafttreten der Rechtsverordnung und Veröffentlichung WSG im Staatsanzeiger Rheinland-Pfalz am 22.12.2014

09.03.2017 Informationsveranstaltung zum Festsetzungsverfahren des Wasserschutzgebietes Stollen Alexandria in der VG Bad Marienberg

0911.2017 Verlängerung der vorläufigen Anordnung im Verfahren zur Festsetzung des Wasserschutzgebietes für das Wassergewinnungsgebiet Stollen „Alexandria“ die Rechtsverordnung wurde am 27.11.2017 im Staatsanzeiger von Rheinland-Pfalz veröffentlicht und ist am 28.11.2017 in Kraft getreten

Vom 22.01.2018 bis 21.02.2018 Offenlage des Entwurfs der Rechtsverordnung zur Festsetzung des Wasserschutzgebietes in den betroffenen Verbandsgemeinden Bad Marienberg, VG Westerburg und VG Rennerod.