Phosphoreliminierung

Bereits im Jahr 2009 wurde im ersten Bewirtschaftungsplan für die internationale Flussgebietseinheit Rhein (FGG Rhein) eine Reduzierung der Nährstoffeinträge (Stickstoff [N] und Phosphor [P]) im Rheineinzugsgebiet vereinbart. In der Folge haben die Phosphor-Emissionen aus größeren Kläranlagen in die Gewässer häufig bereits durch verfahrenstechnische Optimierungen (Ertüchtigung Kläranlagen, Mischwasserentlastung, Bau von Kanälen) stark abgenommen.

 

Schwerpunktgewässerkonzept zur Reduzierung der Phosphoreinträge aus Kläranlagen


Daher sind für den 2. Bewirtschaftungszyklus 2016-2021 zur Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) kosteneffiziente Maßnahmen insbesondere an bestimmten Kläranlagen im Bereich von 2.000 – 10.000 EW erfolgversprechend. Hier sollen in einem Schwerpunktgewässerkonzept wirksame Maßnahmen zur weiteren Reduzierung der Phosphor-Emissionen – wie z. B. durch Einrichtung oder Optimierung der Phosphor-Fällung – durchgeführt werden. Ziel ist es, die betroffenen Oberflächenwasserkörper in den guten ökologischen Zustand herzustellen. Dieser Zustand wird gemäß Wasserrahmenrichtlinie aufgrund der pflanzlichen biologischen Qualitätskomponenten (Phytoplankton und Makrophyten / Phytobenthos) bestimmt.

 

Schwerpunktgewässer


Im Bearbeitungsgebiet der SGD Nord wurden die nachfolgenden Schwerpunktgewässer bestimmt, in denen bis 2021 konzentriert Maßnahmen zur Reduzierung von Phosphor-Einträgen aus Kläranlagen (Punktquellen) umgesetzt werden sollen (vorläufiger Stand nach 4. Arbeitskarte für den Entwurf des WRRL-Bewirtschaftungsplan):
Asbach, Elzbach, Erlenbach, Guldenbach, Hahnenbach, Kleine Drohn, Lieser, Mittlere Glan, Nister, Otterbach, Prüm, Ruwer, Simmerbach, Wied, Wiesbach.

 

Geplante Maßnahmen


Die SGDen als Obere Wasserbehörden haben gemeinsam mit den kommunalen Gebietskörperschaften im Zuge der Aufstellung des Bewirtschaftungsplans nach WRRL einvernehmlich ein Maßnahmenprogramm abgestimmt. Dieses enthält Informationen zu Sondierungsstrecken (Oberflächenwasserkörpern) mit einer hohen Phosphor- und Stickstofffracht, in denen Maßnahmen aus dem Maßnahmenprogrammteil „Reduzierung der Nährstoffeinträge in die Gewässer“ ergriffen werden sollen. Phosphor und Stickstoff werden im 2. Bewirtschaftungszyklus gemeinsam betrachtet, weil sich die entsprechenden Maßnahmen meistens auf beide Nährstoffe auswirken.
In diesem Maßnahmenprogrammteil kommen die folgenden Maßnahmen zur Reduzierung der Phosphor-Emissionen in Oberflächengewässer zur Anwendung:


• Neubau und Anpassung von Anlagen zur Ableitung (Kanalsanierung), Behandlung und zum Rückhalt von Misch- und Niederschlagswasser;
• Ausbau kommunaler Kläranlagen zur Reduzierung der Phosphoreinträge;
• Neubau und Anpassung von kommunalen Kläranlagen;
• Maßnahmen zur Reduzierung von Pflanzenschutzmittel- und Nährstoffeinträgen;
• Anwendung des Programms „Gewässerschonende Landwirtschaft“.
Ergänzend zur landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung unterstützt das Land Rheinland-Pfalz Vorhaben mit alternativen Verfahren zur Rückführung von Phosphor in den Stoffkreislauf. Aufgrund der Belastungen mit Mikroschadstoffen ist es dabei auch das Ziel, Alternativen zur landwirtschaftlichen Verwertung zu entwickeln.

 

Notwendigkeit


Zum Schutz der Nordsee vor Eutrophierung durch Nährstoffeinträge muss auch die Phosphorbelastung aus kommunalen Kläranlagen gesenkt werden. Aber auch die Wasserpflanzen in den rheinland-pfälzischen Flüssen und Seen werden negativ durch zu hohe Phosphorkonzentrationen beeinflusst. Dabei ist jeweils zu beachten, dass die im Wasser lebenden Organismen zum Aufbau der Zellsubstanz verschiedene Elemente und Verbindungen in einer optimalen Konzentration benötigen. Der Stoff der in der geringsten Konzentration in Bezug auf die Optimalkonzentration vorliegt, begrenzt das Wachstum als Minimumfaktor. Phosphor ist ein solcher Minimumfaktor. Hohe Phosphorwerte begünstigen eine Überproduktion von Biomasse und können im Extremfall zu Sauerstoffarmut im Wasser und dann einem Fischsterben führen.

 

Kosten


Die Planungen stehen unter dem Vorbehalt der technischen, rechtlichen und haushälterischen Voraussetzungen. Die dafür erforderlichen Investitionskosten werden auf insgesamt 119 Mio. Euro geschätzt.