Hintergrund

PFT sind eine Untergruppe der Stoffgruppe der perfluorierten Chemikalien PFC, Leitsubstanzen sind die Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) und die Perfluoroctansäure (PFOA). Sie gelten mit einigen anderen Vertretern der PFT und auch der Stoffgruppe der PFC als besonders besorgniserregend für die Umwelt bzw. stehen im Verdacht, krebserzeugend zu sein und die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen negativ zu beeinflussen. Diese Stoffe gehören zu den sogenannten PBT-Chemikalien, d. h. sie sind persistent, bioakkumulierbar und toxisch. Daher wird die Umwelt von den zuständigen Behörden sorgfältig auf mögliche PFT-Belastungen hin überwacht, festgestellte erhebliche Belastungen müssen dann saniert werden. Vordringliches Ziel ist der Schutz der menschlichen Gesundheit.

Die stoffliche Besonderheit der Perfluortenside sind ihre chemischen und physikalischen Eigenschaften: PFT sind zugleich fett-, wasser- und schmutzabweisend als auch gut wasserlöslich und weitgehend resistent gegenüber Hitze und Chemikalieneinwirkungen. Stoffe mit ähnlichen Eigenschaften kommen in der Natur nicht vor, die Herstellung von PFT erfolgt ausschließlich durch den Menschen.

Der Beginn der industriellen Produktion von PFC und PFT liegt in den 1950´er Jahren, 1969 wurden PFT erstmals in Feuerlöschschäumen verwendet und auf den Markt gebracht, seit den 1970´er Jahren werden sie erstmals in der Umwelt beobachtet. Besonders das Umfeld von Flugplätzen ist daher heute von erhöhter PFT- Belastung betroffen. Hintergrund dafür ist die vielfache Verwendung sog. AFFF-Schäume (Aqueous Film Forming Foam) durch die zivilen und militärischen Flugfeld-Feuerwehren seit Ende der 1960´er Jahre. Diese wasserfilmbildenden Schäume sind zum Löschen von Öl- und Benzinbränden besonders gut geeignet.
Mit Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) belastete Schaummittel wurden erst 2011 aufgrund von europaweiten Verboten vollständig aus dem Verkehr gezogen, nachdem ihre negativen Wirkungen bekannt wurden. Als PFOS-frei werden derzeit Feuerlöschschäume mit bis zu 0,001 Gew-% PFOS und PFOS-Derivate bzw. Konzentrationen < 10 mg/kg gemäß EU-Verordnung 757/2010 definiert. Seitdem konnten sie durch weniger problematische Chemikalien mit ähnlichen oder gleichen Eigenschaften ersetzt werden.
Ihre einzigartigen Eigenschaften machen die PFT außerdem zu attraktiven Grundstoffen für vielfältige Verwendungen in der Industrie für Oberflächenbeschichtungen von Textilien (insbes. Outdoor-Kleidung), Teppichen, Lebensmittelverpackungen sowie als Zusatz in Oberflächenreinigungsmitteln in der Foto- und Galvanotechnik sowie als Zusatz in Hydraulikölen und Farben.

Ihre nützlichen Eigenschaften machen PFT zugleich auch zu sehr problematischen Chemikalien, denn sie sind weitestgehend beständig  gegen natürlichen Abbau und reichern sich daher zunehmend in unserer Umwelt an. Das gesundheitsschädigende Potential von PFT ist nach heutiger Auffassung vor allem bedingt durch die lange  Verweilzeit im menschlichen Körper. So zeigten Untersuchungen, dass beim PFOA nach etwa 4-6 Jahren die Hälfte des anfänglich  gemessenen Wertes erreicht wird. PFT konzentrieren sich nach derzeitigem Kenntnisstand in Leber und Nieren sowie im Blut am stärksten.


Die Verbreitungswege in der Umwelt und in die Umwelt hinein sind allerdings bis heute nicht vollständig geklärt. Es wird aber angenommen, dass dem Verbreitungsweg über den Wasserpfad hohe Bedeutung zukommt.

Für Wasser und Boden wurden in den verschiedenen Schutzgütern z. B. des Trinkwassers spezifische Grenz- und Richtwerte für PFT-Konzentrationen von verschiedenen Kommissionen und behördlichen Arbeitsgemeinschaften definiert bzw. vom Gesetzgeber erlassen. Insbesondere für das Trinkwasser sind diese bereits rechtsverbindlich und müssen zwingend eingehalten werden.
Die wichtigste Verbindung der Stoffgruppe OFT ist PFOS (Perfluoroctansulfonsäure). Bei der Sanierung von Fließgewässern liegt der angestrebte Zielwert bei 0,05 µg PFOS pro Liter. Aus Gründen der Vergleichbarkeit und wegen dem Vorhandensein dieses konkreten Zielwertes sind die Belastungen in den folgenden Karten in PFOS/l dargestellt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)
PFT- Belastung an Flughäfen und Flugplätzen in RLP
Ansprechpartner/in

Regionalstelle Koblenz
Wolfram Gebel
Tel.: 0261 120-2966

Labor:
Markus Plarr
Tel.: 0261 120-2972

Regionalstelle Montabaur
Dr.Thomas Lenhart
Tel.: 02602 152-128

Regionalstelle Trier
Helmut Plum
Tel.: 0651 4601-450

Labor:
Johannes Meyer
0651 4601-439