Kooperation

Für ein ganzheitliches Management beteiligen sich Experten aus Wissenschaft und Praxis, die Europäische Union, die Bundesrepublik Deutschland, die Bundesländer, Vereine, Fischerei- und Naturschutzverbände, Unternehmen und Privatpersonen europaweit an Projekten zur Wiedereinbürgerung des Lachses und weiterer Wanderfischarten.

Internationale Zusammenarbeit

Das Programm „LACHS 2020“ zur Durchführung von Maßnahmen zur Verbesserung des Ökosystems und Förderung der Wanderfische und insbesondere für den Aufbau eines Lachsbestandes wird von der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) koordiniert und von den Rheinanliegerstaaten auf nationaler Ebene umgesetzt.

Die internationale Zusammenarbeit stützt sich auf die rechtliche Basis des Übereinkommens zum Schutz des Rheins sowie verschiedener Europäischer Richtlinien und Verordnungen, die eine koordinierte Umsetzung im gesamten Flusseinzugsgebiet erfordern, wie z.B. die Europäische Wasserrahmenrichtlinie, die Europäische Hochwasserrichtlinie, die Aalverordnung und andere. Dabei unterstützen das unter Federführung der IKSR laufende Programm „Rhein 2020“ bzw. das Teilprogramm „LACHS 2020“ die Umsetzung der europäischen Richtlinien und Verordnungen und werden helfen, einen „guten chemischen und ökologischen Zustand“ im Einzugsgebiet des Rheins zu erreichen.

In Rheinland-Pfalz erfolgen danach die Gewässerrenaturierungen und die Wiederherstellung der Durchgängigkeit insbesondere nach den Vorgaben der EG-Wasserrahmenrichtlinie 2000/60/EG im Rahmen der „Aktion Blau Plus“, für deren Umsetzung die SGD Nord als Obere Wasserbehörde federführend Verantwortung trägt. 

Länderübergreifende Zusammenarbeit

Einige rheinland-pfälzische Projektgewässer sind grenzüberschreitende oder bilden Grenzgewässer zu anderen Staaten oder Bundesländern. Daher ist die staaten- und länderübergreifende Kooperation unabdingbar. Am Siegsystem, das größtenteils in Nordrhein-Westfalen liegt, wird mit dem nördlichen Nachbarland eine enge Zusammenarbeit gepflegt. So beteiligt sich das Land Rheinland-Pfalz an den Betriebskosten der Kontroll- und Fangstation Buisdorf (Sieg). Dem entsprechend findet eine länderübergreifende Kooperation für das Lahnsystem statt, das im Oberlauf zu Nordrhein-Westfalen und im Mittellauf zu Hessen gehört. Die Ahr entspringt in Nordrhein-Westfalen, wobei dort bisher noch kein Lachsbesatz durchgeführt wurde. An der Mosel wird in Abstimmung mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes an Lösungskonzepten gearbeitet, die helfen sollen die Barrierewirkung der Staustufen zu überwinden.

Ehrenamtliches Engagement

Gewässerschutz und Lachswiederansiedlung brauchen engagierte Partner vor Ort, die zugleich den Kontakt zu den Behörden herstellen – seien es Fischerei, Wasserwirtschaft oder Naturschutz. An allen Schwerpunktgewässersystemen außer an der Mosel existieren Arbeits- bzw. Interessengemeinschaften, die das Programm ehrenamtlich unterstützen, so die IG-Lahn, darüber hinaus die ARGE Saynbach, die ARGE Nister und die ARGE Ahr. Eine weitere ARGE entstand an der Nahe. Die Menschen aus der Region, die ihre Kenntnisse, Kontakte und Arbeit am Gewässer einbringen, stellen den Informationsfluss her und fördern und beschleunigen die Umsetzung von Maßnahmen oder übenehmen Bachpatenschaften. Alle Beteiligten sind sich bewusst, dass die Besatz- und Monitoringmaßnahmen für den Lachs ohne die Ehrenamtler nicht durchführbar und auch nicht finanzierbar wären.

Ein deutliches Zeichen des Erfolges ist, dass in Lahn, Ahr, Sieg, Nister, Wisserbach, Elbbach (Sieg), Saynbach und Brexbach nicht nur seit Jahren aufsteigende Lachse und Meerforellen in großer Zahl gefangen werden. Auch in allen Gewässern mit Ausnahme der stauregulierten und nicht durchgängigen Lahn konnte die erfolgreiche natürliche Fortpflanzung des Lachses nachgewiesen werden. Um zu gewährleisten, dass der Lachs sich wieder dauerhaft in unseren Gewässern etabliert, ist es erforderlich die Besatz- und Kontrollmaßnahmen dauerhaft fortzusetzen.

Download

IKSR

IKSMS

ARGE Ahr e.V.

ARGE Nister und Obere Wied e.V.

ARGE Nette

ARGE Saynbach e.V.

IG-Lahn e.V.

Siegfischereigenossenschaft des Kreises Altenkirchen

SGM – Schutzgemeinschaft Mühlbach im Naturpark Nassau zur Reinhaltung und Renaturierung de Mühlbaches und seiner Nebenbäche e.V. 

Der Atlantische Lachs e.V. 

Das Lachsprojekt / BFS - Bürogemeinschaft für fisch- und gewässerökologische Studien 

Wanderfischprogramm Rheinland-Pfalz

Recht

Projektgewässer in Rheinland-Pfalz

Im Rahmen des 1. Bewirtschaftungsplans zur europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL 2000/60/EG) haben die Anrainerländer und –staaten für das Programm LACHS 2020 zur Wiederansiedlung von Wanderfischen sog. „Lachs-Vorranggewässer“ ausgewiesen. In Rheinland-Pfalz wurden dazu schon seit Beginn der Lachswiederansiedlung im Jahr 1994 insgesamt neun Gewässersysteme mit Lachsen besetzt. Das Programm umfasste ursprünglich drei Schwerpunktgewässersysteme: Die Lahn mit dem Nebengewässer Mühlbach, den Saynbach mit Brexbach und die Sieg mit zahlreichen Nebengewässern, insbesondere Wisserbach und Nister. Ein Jahr später, im Jahr 1995, wurde die Ahr wegen ihrer besonderen Eignung in das Programm aufgenommen. An allen vier Gewässern wurden intensive Erfolgskontrollen im Rahmen eines Überwachungsprogramms (Monitoring) durchgeführt, weshalb diesen Teilprojekten eine Pilotfunktion zukommt.

Darüber hinaus wird die Mosel als wichtiges Verbindungsgewässer zu den Flusssystemen in der Eifel und in Luxemburg langfristig mit einbezogen. Dazu wurden schon im Jahr 1996 in Anlehnung an bis dahin erlangte Erfahrungen aus den Pilotprojekten vorübergehend die Moselnebengewässer Prüm (mit Nims und Enz) und Kyll in das Programm integriert und mit Lachsen besetzt. Sie wurden allerdings aus der aktuellen Liste gestrichen, nachdem absehbar war, dass ihre Erreichbarkeit über die Mosel aufgrund der Wanderungshindernisse durch Wasserkraftwerke und Staustufen im Zeitfenster bis 2020 nicht realistisch erreichbar war.

In 2004 wurden die ersten Lachse in der Nahe und in der Wieslauter (Pfalz, Bereich der SGD Süd), und im Frühjahr 2005 ebenfalls im Elzbach als Nebengewässer der unteren Mosel besetzt. Als bisher letztes Projektgewässer ist 2013 die Nahe mit ersten Besatzmaßnahmen dazugekommen.

An der Nette findet ein Monitoringprogramm zur natürlichen Wiederbesiedlung statt, nachdem es Hinweise auf „streunende“ Lachse gab. Ziel ist es hier, zunächst die Versuche einer eigenständigen Naturvermehrung  im Rahmen eines jährlichen Monitorings zu dokumentieren, ohne den Prozess durch direkte Besatzmaßnahmen zu beeinflussen.

Ahr

Kyll

Lahn

Nette

Saynbach

Sieg

Weitere Informationen

Bewirtschaftungsplan & Maßnahmenprogramme gemäß WRRL in Rheinland-Pfalz 

Ansprechpartner/in

Dr. Martina Schwaderlapp
Tel.: 0261 120-2562

Weitere Informationen