SGD Nord: Weg frei für Wanderfische - Umgestaltung des Glanwehrs startet

Im Auftrag der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord beginnen in dieser Woche die Bauarbeiten zur naturnahen Umgestaltung der Wehranlage an der Straße „Am Wehr“ in Meisenheim. Im kommenden Vierteljahr soll das vorhandene Glanwehr in eine gewässerökologisch verträgliche naturnahe Sohlengleite umgestaltet werden. Die Gesamtkosten für die Herstellung der durchlässigen Blocksteinrampe mit flachem Gefälle sind mit 570.000 € veranschlagt.

Die in der Stadt gelegene alte Wehranlage hat eine Höhe von rund 2 Metern und ist etwa 63 Meter breit. Dort wird ein Teil des Glanabflusses in den sogenannten Gießen ausgeleitet und heute nur noch zum Antrieb eines Wasserrades für touristische Zwecke genutzt. Das Ziel ist ein frei fließender Glan, damit alle Wanderfische wieder ungehindert zu ihren Laichplätzen im Oberlauf und in den Nebengewässern gelangen können. Wie beispielsweise die häufig im Glan vorkommenden Arten Döbel, Stichling, Gründling und Schmerle sowie die selteneren Arten Aal, Bachforelle und Bachneunauge, ebenso wie der hoffentlich bald wieder anzutreffende Lachs. Auch die an den Probestellen „Mittlerer Glan“ und „Unterer Glan“ häufig vorkommenden Arten Barbe und Schneider als auch alle im Gewässer lebenden Kleintiere, wie Krebse oder Insektenlarven, gelten als wichtig für die ökologische Artenvielfalt und profitieren von der neuen Durchgängigkeit des Glans.

Die bestehende Wehranlage ist für den Großteil der Tierwelt des Glans selbst bei hohem Wasser nicht zu überwinden. Der 1988 errichtete Fischpass ist stark beschädigt und erfüllt nicht mehr die heutigen Ansprüche. Eine solche naturnahe, durchlässige Blocksteinrampe mit flachem Gefälle, wie sie jetzt in Meisenheim errichtet werden soll, wurde bereits vor einigen Jahren an der Nahe am Elisabethenwehr in Bad Kreuznach mit großem Erfolg angelegt. Für die Bauarbeiten sind voraussichtlich drei bis vier Monate angesetzt.