SGD Nord: Wasserbehördliche Anordnung für den U.S. Flugplatz in Spangdahlem

Aktuell hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord als obere Wasserbehörde eine Anordnung gegenüber der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) erlassen. Ziel ist die Reduzierung von PFC-Belastungen in den Gewässern im Bereich des U.S. Flugplatzes in Spangdahlem.

Mit der wasserbehördlichen Anordnung soll die Einleitkonzentration von PFC-verunreinigtem Niederschlagswasser aus dem Regenrückhaltebecken (RRB) Süd in den Linsenbach als Belastungsschwerpunkt, minimiert werden. Dazu muss ein technisches Sanierungskonzept erarbeitet werden, bei dem es im Kern darum geht, unkontrollierte Einträge über Dränagen und Infiltrationen über die Abwasseranlagen zu unterbinden. Seitens der SGD Nord wird angestrebt, dass die dafür notwendigen Maßnahmen im Auftrag der BImA, abgestimmt mit der SGD Nord, ab dem Jahr 2019 umgesetzt werden.

Zudem enthält die Anordnung Punkte zur immissionsbezogenen Risikobewertung von Gewässern und zur Änderung und Fortschreibung der wasserbehördlichen Anordnung aus dem Jahr 2009. Bis Ende 2018 wird von der SGD Nord die Vorlage einer Risikobewertung für die aufnehmenden Gewässer und den Kailbach gefordert. In der Risikobewertung ist zu ermitteln und darzustellen, wie der PFC-Eintrag in die Gewässer so reduziert oder begrenzt werden kann, dass durch die Einleitung von belastetem Niederschlagswasser vom Flugplatz Spangdahlem Gewässerveränderungen, die zu Beeinträchtigungen der relevanten Schutzgüter und Nutzungen an Oberflächengewässern wie aquatischen Lebensgemeinschaften, Fischerei oder Trinkwasser führen, nicht mehr zu erwarten sind. 

Neben den bereits aufgegebenen Schritten zur Abwasserbeseitigung werden derzeit weitere wasserwirtschaftliche Forderungen zur Verbesserung der Gewässergüte bei der SGD Nord erarbeitet.

Zwischenzeitlich hat die BImA fristwahrend Widerspruch gegen die Anordnung eingelegt. 

Zum Hintergrund:
Perfluorierte Tenside (PFT) stellen ein besonderes Problem in der Umwelt dar. In den letzten Jahren wurden weltweit an verschiedenen Standorten Schadensfälle mit PFT-Verunreinigungen bekannt, diese Stoffe sind heute – gemeinsam mit der großen Stoffgruppe der PFC (= perfluorierte Chemikalen) – weltweit verbreitet und nachweisbar.

Von Experten der SGD Nord und des Landesamt für Umwelt (LfU) werden die Gewässer in Rheinland-Pfalz seit 2011 systematisch beobachtet. Neben dem Überblicksmessnetz werden in Abstimmung mit der amerikanischen U.S. Airforce mit einem Sondermessnetz gezielt festgestellte Belastungsschwerpunkte an den Flugplätzen Spangdahlem und Bitburg sowie seit 2015 auch am Flughafen Hahn und am Flugplatz Büchel untersucht.

Die wasserbehördliche Anordnung können Sie unter folgendem Link abrufen: https://sgdnord.rlp.de/fileadmin/sgdnord/Wasser/Gewaesserschutz/Gewaesserguete/FH_Spangdahlem/20180425_WBA_Flugplatz_Spangdahlem_PFC-RRBs.pdf

Weitere Informationen unter: https://sgdnord.rlp.de/de/wasser-und-abfall/wasser/gewaesserschutz/gewaesserguete/pft-belastungen/