SGD Nord: Vereinbarung mit ANUAL zur Sicherung des FFH-Gebiets „Asbacher Grubenfeld“

Heute unterzeichneten Dr. Ulrich Kleemann, Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, und Robert Klein, Vorsitzender des Arbeitskreises für Natur- und Umweltschutz Asbacher Land e. V. (ANUAL) die Rahmenvereinbarung zum Schutz des Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebietes „Asbacher Grubenfeld“ im Landkreis Neuwied. Das FFH-Gebiet gehört seit 2005 zu der NATURA 2000 Gebietskulisse, die ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten innerhalb der Europäischen Union bildet.

„Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung bestätigt der Verein ANUAL, dass er auch in Zukunft durch Biotop- und Artenschutzmaßnahmen die ökologische Wertigkeit des Asbacher Grubenfeldes erhalten möchte. Wir freuen uns, dass wir einen Partner für das Gelände gefunden haben, der mit gezielten Maßnahmen diesen wertvollen Lebensraum bewahren und auch verbessern möchte“, so Kleemann während der Übergabe.

Bei der anschließenden Gebietsbesichtigung machte sich Kleemann persönlich ein Bild von den Maßnahmen des ANUAL im FFH-Gebiet. Der Verein hat bereits viele Projekte umgesetzt. Für die Fledermäuse wurden Einflugschneisen zu einem Stolleneingang freigelegt und blütenreiche Hänge für Insekten entwickelt, die als Nahrungsgrundlage vieler Fledermausarten dienen. Es wurden Streuobstwiesen angelegt und für deren Bewirtschaftung gesorgt. Auch in punkto Besucherlenkung war ANUAL aktiv und hat unter anderem einen Aussichtspunkt mit Infotafel errichtet. Als langfristiges Ziel hat sich der Verein die weitere Umwandlung von Fichtenbeständen in Eichen-Buchenwälder und die Förderung des Altbaumbestandes gesetzt.

ANUAL hat mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz viele  Flächen erworben und besitzt mittlerweile einen Großteil des FFH-Gebiets „Asbacher Grubenfeld“. Das gesamte Gebiet ist 23 Hektar groß und liegt südlich von Buchholz zwischen den Orten Germscheid und Bennau in der Verbandsgemeinde Asbach. Das durch den Basaltabbau entstanden Gelände bietet mit dem Steinbruch Bennau und seinem nährstoffarmen See viele wertvolle Lebensräume für heimische Tier- und Pflanzenarten. Dazu zählen Geburtshelferkröte, Ringelnatter, Armleuchteralge und hochgradig gefährdete Libellenarten. Ein ehemaliger Stollen bietet zudem bis zu neun Fledermausarten ein Winterquartier. Darunter das Große Mausohr und die Bechsteinfledermaus.

Neben der Gebietsbesichtigung des „Asbacher Grubenfelds“ bot sich die Gelegenheit sich über das in der Nähe liegende Beweidungsprojekt des Vereins im Wahler Bachtal zu informieren. Die ersten Flächen wurden mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz erworben. Gemeinsam mit den Ausgleichsflächen des Landkreises Neuwied und der Ortsgemeinde Asbach sind mehr als 7 Hektar in einem Beweidungsprojekt zusammengefasst. Dies bietet für alle Beteiligten einen erheblichen Mehrwert: Die Pflege der Ausgleichsflächen wird kostengünstig sichergestellt, dem durchführenden Landwirt stehen ausreichend große Flächen für sein Beweidungsprojekt zur Verfügung und nicht zuletzt führt die Maßnahme zu mehr Vielfalt im Bachtal. Das Projekt wird daher auch von der Biotopbetreuung der SGD Nord finanziell unterstützt. Hauptakteure sind schottische Hochlandrinder, die nur geringe Trittschäden verursachen und neben Gräsern auch Disteln und Gehölzaufwuchs fressen.

„Wir freuen uns, dass wir mit Fördermitteln der Stiftung Naturschutz und Umwelt RLP sowie der SGD Nord die beiden wertvollen Gebiete weiterentwickeln können. Obwohl sie sehr unterschiedlich sind, sind sowohl der ehemalige Steinbruch Bennau mit seinem umgebenden Wald wie auch das Wahler Bachtal typisch für unsere Region. Der Bennauer See hat sich mit dem neuen Aussichtspunkt bereits zu einem beliebten Wanderziel entwickelt und das naheliegende Beweidungsprojekt am Wahler Bach begeistert mit seinen schottischen Hochlandrindern auch jeden Zuschauer. So können Projekte zur biologischen Vielfalt auch allen Mitbürgern nahegebracht werden“, so Vorsitzender des ANUAL, Robert Klein,  abschließend.

Hintergrund:
Die SGD Nord stellt als Obere Naturschutzbehörde derzeit die Bewirtschaftungspläne für NATURA 2000-Gebiete nach dem Landesnaturschutzgesetz auf und koordiniert die Umsetzung von NATURA 2000-Maßnahmen. Für das FFH-Gebiet „Asbacher Grubenfeld“ war die Aufstellung eines eigenständigen Bewirtschaftungsplans nicht notwendig, da Planung und Durchführung der Pflege durch den ANUAL, als Eigentümer der Flächen, erfolgt. Stattdessen wurde für das Gebiet die Rahmenvereinbarung „über die Erhaltung des günstigen Erhaltungszustandes der Lebensraumtypen und Arten gemäß FFH-Richtlinie“ mit dem Verein abgestimmt und beschlossen.