SGD Nord: Überschwemmungsgebiet des Idarbachs neu festgesetzt

Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord hat das Überschwemmungsgebiet am Idarbach im Landkreis Birkenfeld neu festgesetzt. Auf einer Länge von circa 17 Kilometern reicht dieses nun auf beiden Seiten des Idarbachs von der Gemeinde Allenbach bis zur Mündung in die Nahe in der Stadt Idar-Oberstein. Bisher wurde das Überschwemmungsgebiet durch sogenannte Arbeitskarten vorläufig sichergestellt. Diese vorläufige Sicherstellung tritt mit der jetzigen Festsetzung außer Kraft.

Die Festsetzung von Überschwemmungsgebieten ist ein wichtiger Beitrag zum vorbeugenden Hochwasserschutz. Als Obere Wasserbehörde kommt die SGD Nord damit der bundesgesetzlichen Forderung des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) nach. Dieses regelt, welche Handlungen im Überschwemmungsgebiet grundsätzlich verboten sind und unter welchen Voraussetzungen Ausnahmegenehmigungen durch die SGD Nord erteilt werden können.

Ziel der Festsetzung von Überschwemmungsgebieten ist es, die Überschwemmungsflächen von neuen Schadenspotentialen freizuhalten. Bestimmte Handlungen, wie zum Beispiel das Bauen im Überschwemmungsgebiet, werden daher unter Genehmigungsvorbehalt gestellt. In den letzten Jahren hat die Praxis gezeigt, dass gerade im Rückhaltebereich das Bauen in der Regel möglich ist. Durch entsprechende Auflagen muss jedoch sichergestellt werden, dass im Falle eines Hochwassers von den Gebäuden keine nachteiligen Auswirkungen auf das Abflussverhalten ausgehen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine hochwasserangepasste Bauweise auch gerade im Interesse des Grundstückseigentümers liegt, um Schäden an seinem Eigentum durch eine vorausschauende Bauausführung schon im Vorfeld zu verhindern. Bestehende Bebauung im Überschwemmungsgebiet genießt natürlich weiterhin Bestandsschutz. Das Gleiche gilt auch für bestehende Baugebiete.

Die Karten und der Verordnungstext sind im Internet einsehbar unter: https://sgdnord.rlp.de/de/wasser-und-abfall/wasser/hochwasserschutz/uesg/festsetzungen/

Wer sich näher über die eigene Betroffenheit bei Hochwasser informieren möchte, kann dies über die Seite www.hochwassermanagement.rlp.de tun. Hier sind Gefahrenkarten eingestellt, die Wassertiefen für verschiedene Hochwasserereignisse sichtbar machen.