SGD Nord stimmt Zielabweichung für den Flächennutzungsplan „Windenergie“ der Verbandsgemeinde Hermeskeil weitestgehend zu

Aktuell hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord als obere Landesplanungsplanungsbehörde dem Antrag auf Zielabweichung der Verbandsgemeinde Hermeskeil zur Darstellung zusätzlicher Sonderbauflächen für die Windenergie in der Teilfortschreibung ihres Flächennutzungsplans „Windenergie“, weitestgehend zugestimmt.

Gegenstand dieser Planung ist die Ausweisung von acht zusätzlichen Sonderbauflächen für Windenergieanlagen in einer Größenordnung von 428,9 Hektar.
 
Im Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde Hermeskeil sind derzeit Sonderbauflächen in einer Größenordnung von 52,4 Hektar für die Windenergie ausgewiesen. Hierbei handelt es sich um die Vorranggebiete für die Windenergienutzung der Teilfortschreibung des Kapitels Energieversorgung/ Teilbereich Windenergie des regionalen Raumordnungsplans Region Trier 2004.
 
Die Errichtung von raumbedeutsamen Windenergieanlagen ist nach den Zielen der Teilfortschreibung des Kapitels Energieversorgung/ Teilbereich Windenergie des regionalen Raumordnungsplans Region Trier 2004, außerhalb der regionalplanerisch festgelegten Vorranggebiete für die Windenergienutzung, ausgeschlossen.
 
Die acht geplanten Sonderbauflächen für die Windenergienutzung liegen in der Ausschlusskulisse des regionalen Raumordnungsplans. Deshalb hat die Verbandsgemeinde Hermeskeil ein Zielabweichungsverfahren angestrebt.
 
Die Zielabweichung wurde unter der Voraussetzung zugelassen, dass die neuen Abstandsregelungen der 3. Teilfortschreibung des Landesentwicklungsprogramms IV angewendet werden müssen. Diese sehen einen Mindestabstand der Anlagen von 1.000 Metern zu reinen, allgemeinen und besonderen Wohngebieten, zu Dorf-, Misch und Kerngebieten vor. Bei einer Höhe der Windenergieanlagen von mehr als 200 Metern beträgt der Mindestabstand 1.100 Meter.
 
Die SGD Nord hat im Zielabweichungsbescheid festgestellt, dass die Windenergieplanung der Verbandsgemeinde Hermeskeil mit dem Entwurf des neuen regionalen Raumordnungsplans Region Trier grundsätzlich vereinbar ist. Allerdings sind die genauen Standorte der Windenergieanlagen und deren Zuwegung in geplanten Vorranggebieten Landwirtschaft  und regionaler Biotopverbund frühzeitig mit den jeweils zuständigen Fachstellen abzustimmen.
 
Für die geplante Sonderbaufläche für Windenergie in der Ortsgemeinde Beuren konnte die Zielabweichung nicht zugelassen werden, da der Standort in einer Kernzone des Naturparks Saar-Hunsrück liegt. In Kernzonen von Naturparken ist die Errichtung von Windenergieanlagen nach den Zielfestlegungen der dritten Teilfortschreibung des Landesentwicklungsprogramms IV ausgeschlossen.
 
Die Verbandsgemeinde Hermeskeil kann nun unter Beachtung des Zielabweichungsbescheids das Verfahren für die Teilfortschreibung „Windenergie“ ihres Flächennutzungsplans fortführen und abschließen.
 
 
Weitere Informationen unter: www.sgdnord.rlp.de