SGD Nord: Sicherheit bei Fahrgeschäften geht vor

Fahrgeschäfte gehören für die meisten Besucher von Jahrmärkten einfach dazu. Damit dieses Fahrvergnügen auch sicher bleibt, hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord zu einem fachlichen Erfahrungsaustausch zum Thema Fliegende Bauten eingeladen, um so das Unfallrisiko zu minimieren. Teilnehmer waren Vertretern der Bauaufsichtsbehörden und der TÜV Rheinland Industrie Service GmbH.

Für die Veranstaltung des Finanzministeriums Rheinland-Pfalz als oberste Bauaufsichtsbehörde konnten die Referenten Herr Dipl.-Ing. Claus-Peter Vogel, Leiter der Genehmigungsstelle für Fliegende Bauten der TÜV Rheinland Industrie Service GmbH in Koblenz, sowie Herr Dipl.-Ing. Frank-Michael Wagner, Leiter der Prüfstelle für Fliegende Bauten der TÜV Rheinland Industrie Service GmbH in Kaiserslautern gewonnen werden.

Neben den allgemeinen Grundlagen und Genehmigungsverfahren Fliegender Bauten wurden auch Probleme aus der Praxis, wie zum Beispiel fehlende Genehmigungen, mangelhafter Baugrund oder auch fehlerhafte Bauausführungen besprochen. Auch auf die Durchführung von Gebrauchsabnahmen wurde ein besonderes Augenmerk gelegt. Insgesamt muss ein Fahrgeschäft viele Prüfungen bestehen.

Anhand von Unfällen in den zurückliegenden Jahren wurden wichtige Aspekte und Problemstellungen der Gebrauchsabnahmen diskutiert. Ein besonderer Gewinn der Veranstaltung war der erfolgreiche Austausch von Wissen und Erfahrungen zwischen dem TÜV Rheinland, zuständig für die Ausführungsgenehmigung, und der unteren Bauaufsicht, die für die Gebrauchsabnahme der Fliegenden Bauten zuständig ist.

Zum Hintergrund:
Fliegende Bauten sind bauliche Anlagen, die immer wieder aufgestellt und zerlegt werden. Zu den Fliegenden Bauten gehören vor allem Fahrgeschäfte wie z.B. Karusselle, Achterbahnen von Schaustellerbetrieben, jedoch auch größere Zelte, beispielsweise Zirkuszelte, und Tribünen, die bei Stadtfesten oder bei Musikveranstaltungen eingesetzt werden.

Das besondere Zulassungsverfahren Fliegender Bauten ist in § 76 Landesbauordnung  geregelt. Bevor diese Anlagen erstmals aufgestellt und in Gebrauch genommen werden, bedürfen sie einer Ausführungsgenehmigung. Wichtig ist auch, dass die Fliegenden Bauten vor Inbetriebnahme am jeweiligen Aufstellungsort bei der unteren Bauaufsichtsbehörde unter Vorlage des Prüfbuches angezeigt werden, damit diese eine Gebrauchsabnahme der baulichen Anlage durchführen kann und somit eine größtmögliche Sicherheit für die Nutzer geschaffen wird.

Weitere Informationen unter: www.sgdnord.rlp.de