SGD Nord: Natura 2000 Bewirtschaftungsplanung für den Naturraum Westerwald vorgestellt

Aktuell informierte die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord in Bad Marienberg über die Natura 2000 Bewirtschaftungsplanung für den Naturraum Westerwald. Insbesondere die Entwürfe der Bewirtschaftungspläne für die Vogelschutzgebiete „Westerwald“, „NSG Krombachtalsperre“ und „Neunkhausener Plateau“ wurden erstmals vorgestellt. Als Obere Naturschutzbehörde stellt die SGD Nord Bewirtschaftungspläne für Natura 2000-Gebiete auf und legt Maßnahmen zum Schutz gefährdeter, heimischer Tier- und Pflanzenarten sowie der Lebensräume fest.

„Die Vogelschutzgebiete des Naturraums Westerwald sind mit ihren zum Teil noch naturnahen Wiesen und Weiden, aber auch den Wäldern und Wasserflächen für zahlreiche brütende Vogelarten von überregionaler Bedeutung, was zur Ausweisung im Rahmen des Natura 2000 Netzes der EU geführt hat. Die SGD Nord ist für den Erhalt und die Entwicklung dieser Flächen verantwortlich“, so SGD Nord Präsident Dr. Ulrich Kleemann, der die rund 50 Vertreter der betroffenen Landkreise und Verbandsgemeinden sowie Vertretern von Verbänden, Forstämtern und Landwirtschaftskammer begrüßte.

Zu Beginn der Veranstaltung vermittelten SGD Nord Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einen Überblick über das Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 und die Bewirtschaftungsplanung. Im Anschluss stellte der Biotopbetreuer des Westerwaldkreises, Markus Kunz, die in den Vogelschutzgebieten des Westerwaldes vorkommenden Vogelarten und deren Lebensraumansprüche vor. Ergänzt wurde der Vortrag durch die erforderlichen Maßnahmen zum Erhalt und zum Schutz der Arten sowie durch den Stand der Umsetzung.

In der anschließenden Aussprache wurden eventuelle Auswirkungen der Planungen, die keine unmittelbare Rechtswirkung haben, der einschneidende Wandel in der Kulturlandschaft durch Nutzungsänderungen, Möglichkeiten der Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Nutzern und Naturschutz sowie Probleme durch eine Intensivierung des Freizeitverhaltens besprochen.

Die SGD Nord ist im nördlichen Rheinland-Pfalz für die Aufstellung von 22 Bewirtschaftungsplänen in Vogelschutzgebieten verantwortlich. In 11 Gebieten ist die Bewirtschaftungsplanung bereits abgeschlossen. Für die zweite Hälfte werden derzeit die Informationsveranstaltungen für kommunale Planungsträger und Betroffene durchgeführt.

Hintergrund:
Die Veranstaltung in Bad Marienberg bildet den Auftakt von vier Terminen, die Betroffene über die Bewirtschaftungsplanung in Vogelschutzgebieten informieren sollen. Weitere Termine sind geplant für:
- die Vogelschutzgebiete „Mittel- und Untermosel“ und „Mittelrheintal“ am 10.01.2018 in Koblenz
- die Vogelschutzgebiete „Ahrgebirge“, „Ahrmündung“, „Laacher See“ und „Unteres Mittelrheingebiet“ am 21.02.2018 in Niederzissen
- die Vogelschutzgebiete „Saargau Bilzingen/Fisch“ und „Wälder zwischen Wittlich und Cochem; bisher noch nicht terminiert