SGD Nord: Monitoringbericht Erneuerbare Energien liegt vor

Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord hat den aktuellen Monitoringbericht zu Erneuerbaren Energien in ihrem Zuständigkeitsbereich veröffentlicht. Dieser wertet die Themen Windenergie, Bioenergie, Photovoltaik, Wasserkraft und Geothermie in den Regionen Trier und Mittelrhein-Westerwald sowie in der nördlichen Teilregion Rheinhessen-Nahe statistisch und räumlich aus. Grundlage ist der Datenbestand des Raumordnungskatasters, ausgewertet wurden die Daten mit Stand 31.12.2016.

„Die statistische Auswertung zeigt, dass die Zahl der am Netz befindlichen Windkraftanlagen seit 2010 von 717 auf 1.015 Anlagen um über ein Drittel gestiegen ist, während sich die installierte Nennleistung von 903 auf 1.941 Megawatt (MW) sogar mehr als verdoppelte. Dies ist auf das Repowering zurückzuführen, also den Ersatz bestehender Anlagen durch leistungsstärkere“, so Präsident Dr. Ulrich Kleemann. 

Zum Stichtag 31.12.2016 waren im Bereich der SGD Nord 1.130 Windenergieanlagen mit einer Gesamtnennleistung von rund 2.244 MW am Netz oder genehmigt. Die Anlagenzahl stieg somit im Vergleich zum Vorjahr um 64 Anlagen, die Gesamtnennleistung um 183 MW.

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Die Steuerung der Windenergienutzung über die Regionalplanung und Flächennutzungsplanung ist weiter fortgeschritten. Die Teilfortschreibung des Regionalplans Rheinhessen-Nahe wurde in 2016 genehmigt, der Genehmigungsentwurf für den Regionalplan Mittelrhein-Westerwald, in dem erstmalig Vorranggebiete Windenergie ausgewiesen werden, wurde vorbereitet. Vor dem Hintergrund der 3. Teilfortschreibung des Landesentwicklungsprogramms IV zum Thema erneuerbare Energien, die aufgrund der veränderten politischen Verhältnisse im Land notwendig wurde, wurde die Ausschlusskulisse für Windenergieanlagen insbesondere aufgrund größerer Siedlungsabstände vergrößert. Hierdurch sind erneute Anpassungen der Flächennutzungsplanungen erforderlich, einzelne Planungen wurden daraufhin auch ganz aufgegeben. Dennoch stieg die Sicherung der Flächen über die Regionalplanung und die Flächennutzungsplanung von rund 9.007 Hektar auf 11.000 Hektar im Vergleich zum Vorjahr. Im Bereich der SGD Nord sind nun 0,91% der Flächen für die Windenergienutzung gesichert.

Bei einer Auswertung der Auslastung der rechtswirksamen Vorrangflächen Windenergie der Regionalplanung und Sonderbauflächen Windenergie innerhalb der Flächennutzungsplanung zeigt sich, dass in allen Planungsregionen noch zahlreiche Flächen unbelegt sind und somit weitere Potentiale für die Errichtung von Windenergieanlagen vorhanden sind.

Zum Thema Solarenergie werden die großflächigen freistehenden Photovoltaikanlagen im Raumordnungskataster geführt. Dachgebundene Anlagen werden hier nicht erfasst. Im Bereich der SGD Nord waren zum Stichtag 31.12.2016 Freiflächen-Photovoltaikanlagen an 120 Standorten mit rund 313 MW Nennleistung genehmigt und am Netz befindlich. An 49 Standorten mit einer Flächengröße von in Summe 349 ha sind weitere Anlagen projektiert. Der Schwerpunkt der Anlagenentwicklung liegt nach wie vor in der Region Trier. Inzwischen sind jedoch in allen Landkreisen im Bereich der SGD Nord und der kreisfreien Stadt Trier Freiflächen-Photovoltaikanlagen geplant oder bereits am Netz. Es handelt sich bei den Flächen für Photovoltaikanlagen zumeist um Flächenumnutzungen landwirtschaftlicher Flächen, zunehmend jedoch auch um gewerbliche Bauflächen und um militärische Konversionsflächen, auch ehemalige Deponien werden genutzt.


Es befanden sich zum 31.12.2016 insgesamt 166 Bioenergieanlagen am Netz mit einer installierten Gesamtnennleistung von rd. 407 MW, weitere 35 Anlagen mit einer Gesamtnennleistung von 35 MW waren genehmigt. Somit ist bei der Bioenergie keine Zunahme im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Größere Wasserkraftanlagen befinden sich an den größeren Flüssen wie Mosel, Lahn, Nahe und Saar, hier sind 27 Anlagen mit einer Gesamtnennleistung von 225 MW erfasst. Die Geothermie spielt im nördlichen Rheinland-Pfalz keine Rolle. Insgesamt stand zum Stichtag 31.12.2016 im Bereich der SGD Nord bereits eine gesamte Nennleistung von 2.813 MW aus erneuerbaren Energien bereit, weitere 408 MW waren genehmigt. 

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Der Monitoringbericht Erneuerbare Energien ist auf der Homepage der SGD Nord unter dem Thema Energie veröffentlicht und unter folgenden Link abrufbar:

https://sgdnord.rlp.de/fileadmin/sgdnord/Energie/Monitoring_Erneuerbare_Energien2017.pdf

Das Energieportal der SGD Nord informiert zu aktuellen Entwicklungen und stellt Fachdaten bereit:

http://www.energieportal.sgdnord.rlp.de/rok/index.php