SGD Nord: Kampfmittelortung an den Nahedeichen – Rodungsarbeiten sind abgeschlossen

Aktuell informierte sich Dr. Ulrich Kleemann, Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord zur geplanten Sanierung der beidseitigen Nahedeiche. Mit den wesentlichen Vorarbeiten soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Der Baubeginn für die Deichertüchtigung ist für das kommende Jahr vorgesehen. Die dazu erforderlichen Rodungsarbeiten auf dem Gelände sind bereits abgeschlossen. Im Auftrag der SGD Nord als Obere Wasserbehörde, wird zurzeit eine sogenannte Kampfmittelortung auf den zukünftigen Bauflächen in Hochstetten-Dhaun (Landkreis Bad Kreuznach) durchgeführt.

„Bei den inzwischen weitgehend abgeschlossenen Sondierungsarbeiten im geplanten Baufeld konnten im Ergebnis zahlreiche Stellen geortet werden, die auf Metall im Boden schließen lassen. Diese werden nun fachmännisch freigelegt und untersucht. Experten ordnen ein, ob es sich dabei um mögliche Kampfmittel oder um andere Metallreste im Boden handelt, “ so Dr. Ulrich Kleemann, Präsident der SGD Nord.

Zur Absicherung der geplanten Baumaßnahme ist eine Kampfmittelfreigabe des Baufeldes erforderlich. Deshalb suchen Experten die Fläche umfangreich nach nicht detonierten Kampfmitteln ab. Sie können aus Kriegs- und Nachkriegszeiten stammen und möglicherweise noch im Gelände lagern.  Auch während der Ertüchtigung der Deiche werden Verdachtsstellen baubegleitend überprüft. Um die Kampfmittelortung sowie die anschließende Baumaßnahme durchführen zu können, musste das gesamte Baufeld von Bäumen und Sträuchern freigestellt werden.

„Ich danke insbesondere dem Ortsbürgermeister Herrn Döbell für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung bei diesem Projekt. Da die neuen Deiche höher und auch breiter werden, ist die Inanspruchnahme weiterer Flächen erforderlich, die auch teilweise von vorhandenen baulichen Anlagen freigestellt werden müssen. Hier werden wir von der Ortsgemeinde in vorbildlicher Weise beim Ankauf oder Tausch der Flächen unterstützt, “  so Kleemann. 

Dr. Kleemann dankte auch den Anwohnern für ihr Verständnis. Denn während der Arbeiten könne es im Einzelfall nötig sein, dass private Grundstücke betreten werden. Die SGD Nord bitte die betroffene Bevölkerung auch weiterhin um Verständnis und Unterstützung für die andauernden Arbeiten. Bei Rückfragen stehe die SGD Nord jederzeit gerne zur Verfügung. 

Im Zuge der Maßnahme erfolgt neben der Erneuerung der vorhandenen Deiche auch teilweise ein vollständiger Rückbau der Deiche zur Schaffung von Retentionsraum. Am rechten Naheufer zwischen dem Ortsteil Hochstädten und den Sportanlagen kann der Nahe dabei erstmals wieder Raum für eine kleinräumige, naturnahe Entwicklung gegeben werden. Darüber hinaus kann dieser renaturierte Bereich von der Ortsgemeinde zukünftig zur Naherholung genutzt werden.

Zum Hintergrund:  
Die SGD Nord plant die Sanierung der Hochwasserschutzdeiche an der Nahe in der Ortsgemeinde Hochstetten-Dhaun. Den dafür notwendigen Planfeststellungsbeschluss hat die SGD Nord bereits erteilt. Im Juni 2015 fand dazu vor Ort ein Erörterungstermin statt. Die neuen Nahedeiche werden den Anliegern Schutz für ein statistisch gesehen alle 100 Jahre eintretendes Hochwasserereignis bieten. Das Land Rheinland-Pfalz trägt 90% der Kosten für dieses Projekt, 10 % trägt die Verbandsgemeinde Kirn-Land.

Die vorhandenen Deiche wurden in den 1930iger Jahren errichtet und entsprechen nicht mehr den heutigen, technischen Anforderungen an Hochwasserschutzanlagen. Auch Nagetiere und Baumwurzeln haben den Dämmen im Laufe der Jahre stark zugesetzt. Aufgrund der Hochwässer 1993 und 1995 kam es zu Überströmungen der Schutzanlagen, die besonders im Ortsteil Hochstädten und auch in dem Gewerbegebiet Hochstetten zu erheblichen Schäden führten.

Weitere Informationen unter: www.sgdnord.rlp.de