SGD Nord fördert ökologische Aufwertung des Moselufers in Trier-Nord

Am Moselufer hinter dem Nordbad in Trier rollen die Bagger an, denn dort soll das Moselufer in den nächsten Monaten eine ökologische Aufwertung erfahren. Die Stadt Trier hat die Maßnahme „Integrierte Flusslandschaftsentwicklung - Landschaftsnetz Mosel“ im Zuge des MORO-Projektes entwickelt. Die Moselvorlandgestaltung ist damit Teil der grenzüberschreitenden Raumentwicklung an der Obermosel.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 2,25 Millionen Euro. Davon übernimmt die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord den Mammutanteil von 1,665 Millionen, da das Land Rheinland-Pfalz mit der Maßnahme die ökologische Verbesserung der Gewässersituation an der Mosel verfolgt. „Für das Land ist es wichtig, mit solchen Projekten zu zeigen, dass auch an urbanen Gewässerabschnitten eine ökologische Aufwertung möglich ist und gleichzeitig das Gewässer für die Menschen wieder erlebbar wird“, betont Kleemann. Der Landesbetrieb Mobilität Trier (LBM) steuert 385.000 Euro als Ausgleich für Retentionsraumverluste durch Straßenbaumaßnahmen bei. Die Stadt Trier trägt die restlichen 200.000 Euro.

 

Ziel dieses Vorhabens ist es, die Strukturgüte des Moselufers zu verbessern, die Entwicklung von hochwertigen Biotopstrukturen zu fördern sowie Retentionsraum zu schaffen und damit den ökologischen Zustand des Moselufers und den natürlichen Hochwasserrückhalt zu verbessern. Ferner soll die Naherholungsfunktion des Moselufers gesichert und verbessert werden. Und das auf einem 600 Meter langen Uferabschnitt zwischen dem Studierendenwohnheim Cusanushaus und der Wohnsiedlung östlich des Nordbads. Der Maßnahmenkatalog umfasst unter anderem die Absenkung der Flussaue um 1 bis 2 Meter, die Entfernung der Uferbefestigung zur Ermöglichung der eigendynamischen Entwicklung des Ufers, die naturnähere Ufergestaltung durch fünf Steinbuhnen, die acht Meter schräg in den Fluss hineinragen, drei neue Zugänge zum Ufer, befestigte Rampen als barrierefreie Zugänge zur Moselaue sowie Sitzstufen an der Dammkrone. Als Hochwasserrückhalt und Biotop wird entlang des Ufers eine 250 Meter lange und ca. 10 Meter breite Mulde abgegraben. Dieser Seitenarm der Mosel wird bei leicht erhöhtem Wasserstand überflutet und durchströmt. Insgesamt werden mit der Baumaßnahme rund 35.000 m³ Retentionsraum geschaffen.

 

Beim Spatenstich betont Kleemann die Bedeutung der Maßnahme für den Hochwasserschutz: „Die Stadt Trier will und muss mit der Mosel leben. Umso wichtiger ist das Bewusstsein der Gefahr bei jedem Einzelnen und die Vorsorge.“ Gemeinsam mit der Stadt ertüchtigt das Land daher zurzeit den Hochwasserschutz am rechten Moselufer. Der Abschnitt zwischen Kaiser-Wilhelm-Brücke und Nordbad steht kurz vor dem Abschluss. Dieser sei ein schönes Beispiel für die Synergien, die aus dem Hochwasserschutz erwachsen können. Auch die städtebauliche Aufwertung des Zurlaubener Ufers werde zwischenzeitlich sichtbar. „Im Herbst wollen wir mit der Ertüchtigung des anschließenden Abschnittes bis auf die Höhe des Verteilerkreises beginnen. Die Planungen bei der Regionalstelle Trier laufen bereits,“ kündigt Kleemann an.

 

 

Zum Hintergrund:

Die Maßnahme ist ein Baustein des Aktionsprogramms "Modellvorhaben der Raumordnung" (MORO). Damit unterstützt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die praktische Erprobung und Umsetzung innovativer, raumordnerischer Handlungsansätze und Instrumente in Zusammenarbeit zwischen der Wissenschaft und den Akteuren vor Ort. Das Projekt „Integrierte Flusslandschaftsentwicklung – Landschaftsnetz Mosel“ hat die Stadt Trier seit 2013 zur ökologischen Verbesserung des Moselufers in Trier-Nord entwickelt.