SGD Nord erteilt Planfeststellungsbeschluss für Anlage zur Hochwasserentlastung am Bubenheimer Bach

Aktuell hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord als Obere Wasserbehörde den notwendigen Planfeststellungsbeschluss zur Errichtung einer Hochwasserentlastungsanlage in Koblenz-Bubenheim nach § 68 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) auf Antrag der Stadt Koblenz, erteilt.

„Aus wasserwirtschaftlicher Sicht ist das Bauvorhaben geeignet, Hochwasserschäden im Bereich der Ortslage Bubenheim erheblich zu reduzieren und in Zukunft einen Schutz bis zu einem 100-jährlichen Hochwasserereignis zu gewährleisten“, so Dr. Ulrich Kleemann, Präsident der SGD Nord.

Das Plangebiet liegt im Nordwesten der Stadt Koblenz zwischen der Autobahn A 48, der Bundesstraße B 9 und der ehemaligen Bahnlinie Koblenz-Mayen, südlich des Stadtteils Bubenheim. Mit dem Bau der Hochwasserentlastungsanlage am Bubenheimer Bach will die Stadt Koblenz die Ortslage Bubenheim vor Hochwasserereignissen zukünftig besser schützen. Weil der Bubenheimer Bach sehr hohe Wassermengen nicht schadensfrei ableiten kann und somit hydraulisch überlastet ist, soll das Gewässer mit der neuen Anlage gezielt entlastet werden. Dazu ist ein Abschlagsbauwerk in drei Bauabschnitten geplant, welches aus einem Hochwasserschutzdamm (Abschnitt 1), einem Hochwasserentlastungskanal (Abschnitt 1/ 2) und vier Hochwasserrückhaltebecken (Abschnitt 3), besteht. 

Die Anlage beginnt am Bubenheimer Bach unterhalb des Hochwasserrückhaltebeckens Zilze Mühle, südwestlich von Bubenheim. Im Hochwasserfall soll am geplanten Hochwasserschutzdamm eine für ein 100- jährliches Hochwasserereignis berechnete Wassermenge über das Abschlagsbauwerk aus dem Bubenheimer Bach abgeschlagen und dann über einen Hochwasserentlastungskanal und vier Hochwasserrückhaltebecken südlich der B 9 am Bubenheimer Kreisel,  in den renaturierten Bubenheimer Bach, eingeleitet werden. Zur Wartung und Kontrolle des Abschlagsbauwerks wird ein 80 Meter langer Zufahrtsweg ausgehend vom Burgpfad, hergestellt.
Die vier Hochwasserrückhaltebecken dienen neben ihrer Funktion als Hochwasserrückhaltemaßnahme auch als ökologische und erholungsrelevante Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme für städtische Baumaßnahmen. Sie sind kaskadenförmig miteinander verbunden und fassen ein Gesamtvolumen von 44.000 Kubikmeter Wasser.

An dem Genehmigungsverfahren waren verschiedene Stellen innerhalb der SGD Nord sowie anerkannte Naturschutzverbände und Träger Öffentlicher Belange beteiligt. Das Projekt wurde umfassend und sorgfältig in den Bereichen Wasserwirtschaft, Naturschutz, Fischerei sowie Raumordnung, Landesplanung geprüft. Die SGD Nord hat zudem die Umweltverträglichkeit des Vorhabens festgestellt und sieht keine artenschutzrechtlichen Bedenken.

Die Offenlage der Planunterlagen erfolgte im April und Mai 2017 bei der Stadtverwaltung Koblenz. Im Zeitraum der Offenlage konnte jeder, dessen Belange durch das Vorhaben berührt werden, Einwendungen erheben. Mit Ablauf der Einwendungsfrist wurden insgesamt 3 Einwendungen, erhoben. Dabei handelt es sich um Eingaben von Anwohnern, die Grundstücke im Bereich des Planungsgebietes besitzen oder landwirtschaftlich bewirtschaften. Der Erörterungstermin fand am 22.11. 2017 bei der SGD Nord statt. Zu den Terminen waren alle Betroffenen zugelassen sowie alle Personen, die Einwendungen erhoben oder Stellungnahmen abgegeben hatten. Angesichts der großen Bedeutung des Hochwasserschutzes für das Gemeinwohl,  wurden mit den Einwendern größtenteils individuelle Lösungen gefunden.


Die Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren sind einsehbar unter:
https://sgdnord.rlp.de/de/wasser-und-abfall/wasser/hochwasserschutz/hochwasserschutzprojekte/laufende-projekte/hochwasserschutzanlagen-bubenheimer-bach/