SGD Nord: Arbeitsschutz in der digitalisierten Arbeitswelt

Die Digitalisierung der Arbeit hat viele Veränderungen zur Folge. Kaum ein Bereich der Arbeitswelt bleibt davon unberührt. Auch für Arbeitsschutzbehörden, wie die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, ist das Thema aktueller denn je. Neue Formen der Mensch-Technik-Interaktion, flexible Arbeitszeitgestaltung und psychische Belastungen führen zu vielfältigen Auswirkungen auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Im nördlichen Rheinland-Pfalz ist die SGD Nord für die Überwachung des medizinischen Arbeitsschutzes der Betriebe verantwortlich.

Mittlerweile werden in der Produktion viele Tätigkeiten, die früher von Menschen ausgeführt wurden, von Robotern erledigt. Das steigert auf der einen Seite die Produktivität und entlastet die Beschäftigten. Auf der anderen Seite stellen die Überwachung der Maschinen und die Mensch-Roboter-Interaktion an die Mitarbeiter komplexe Anforderungen. Dies führt dazu, dass herkömmliche Arbeitsplätze häufig wegfallen. An die Stelle hoher physischer Belastung tritt eine zunehmende psychische Belastung.

Auch für den Bereich der Büroarbeitsplätze gilt: Berufliche Smartphone-Nutzung, Coworking Spaces und Telearbeit bringen erhebliche Vorteile wie beispielsweise höhere Flexibilität und bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit sich. Diese Arbeitsformen führen jedoch auch zu möglichen Belastungsfaktoren: ständige Erreichbarkeit, mehrstündige Bildschirmpräsenz ohne Pausen, Angst vor Eindringen des Arbeitgebers in die Privatsphäre, geringere soziale Kontakte zu Kollegen bis hin zu Schlafstörungen durch Fehlnutzung digitaler Medien sind hier als Beispiele zu nennen.

Ein präventives Instrument, um den Risiken der Digitalisierung für den Arbeitnehmer entgegenzuwirken, ist die „Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen“. Seit Ende 2013 fordert das Arbeitsschutzgesetz den Arbeitgeber dazu auf, die psychische Belastung in der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen. Das heißt, dass alle Unternehmen und Organisationen auch jene Gefährdungen für ihre Beschäftigten ermitteln müssen, die sich aus der psychischen Belastung bei der Arbeit ergeben.

Im Anschluss an die Ermittlung und Beurteilung der psychischen Belastungen folgt die Maßnahmenableitung. Acht allgemeine Grundsätze werden hierbei durch das Arbeitsschutzgesetz vorgegeben, die zu beachten sind. Wichtig ist, dass diese Maßnahmen tatsächlich auf die ermittelten Gefährdungen abzielen und von Beteiligten und Betroffenen gemeinsam entwickelt, umgesetzt und auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.

Bei Betriebsinspektionen berät und informiert die SGD Nord vor Ort und überprüft, ob die Gefährdungsbeurteilungen durch den Arbeitgeber erstellt wurden. Damit wirkt sie den Auswirkungen der Digitalisierung und den daraus resultierenden möglichen Erkrankungen entgegen. Gleichzeitig leistet sie ihren Beitrag dazu, beruflich bedingte Erkrankungen und Berufskrankheiten zu minimieren.

Weitere Infos unter www.sgdnord.rlp.de