Misselblumenwiese erhält Infotafel

Die Misselblumenwiese bei Misselberg oberhalb der Lahn ist seit 15 Jahren ein Naturdenkmal. Ihr besonderes Markenzeichen ist die Misselblume, eine wildwachsende Zwergnarzissenart, die in Deutschland äußerst selten vor kommt.

Diese Besonderheit nahm der Obst- und Gartenbauverein Bergnassau-Scheuern zum Anlass, die Aufstellung einer Infotafel anzuregen. „Grund genug für uns, in Absprache mit der Kreisverwaltung und der Ortsgemeinde Misselberg aktiv zu werden,“ so Monika Becker, Vizepräsidentin der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord, bei der Tafelvorstellung.

Die Gelbe Narzisse mit dem lateinischen Namen Narcissus pseudo-narcissus L. kommt in Deutschland vor allem in der Eifel und etwas spärlicher im Hunsrück vor. Das Vorkommen auf der mageren Wiese bei Misselberg ist das einzige dieser Art östlich des Rheins. Deshalb ist es auch vegetationsgeographisch von Bedeutung. Bei einer Untersuchung des Naturparks Nassau im Jahr 1996 wurden über 3600 blühende Pflanzen gezählt. Seitdem ist das Vorkommen mit schwankendem Bestand gleich geblieben. Begleitarten der Gelben Narzisse sind hier unter anderem Körner Steinbrech, Busch-Windröschen, Herbstzeitlose, Schlüsselblume und Sumpf-Dotterblume.

Als Naturdenkmal wurde die Fläche 1994 von der Kreisverwaltung Rhein-Lahn ausgewiesen. Dort erfolgt Heumahd und Nachpflege ohne Düngung, um den mageren Charakter zu erhalten. „Die Tafel soll Wanderer und Naturfreunde über das Kleinod informieren und letztlich auch die Pflanzen vor Pflücken und Ausgraben sichern“, so Monika Becker. „Das wäre auch nicht erfolgreich, da die Misselblumen sehr auf die Bodenverhältnisse ihres Standortes angewiesen sind.“ Versuche, sie zu verpflanzen - und sei es nur in die umliegenden Gärten - sind regelmäßig gescheitert.

Dem Obst- und Gartenbauverein Bergnassau-Scheuern e.V. dankte die Vizepräsidentin für die finanzielle Unterstützung. Ebenso lobte sie Ortsbürgermeister und Kreisverwaltung für das Organisieren und Durchführen der Bewirtschaftung der Fläche.