Hochwasserschutz Lahnstein: SGD Nord teilt Ergebnis der Machbarkeitsstudie zum möglichen Hochwasserschutz in Lahnstein mit

Im Auftrag der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord wurden weitergehende Untersuchungen bezüglich der Machbarkeit einer Hochwasserschutzanlage für die Stadt Lahnstein erstellt. Diese wurden aktuell in einer Kosten/Nutzen-Analyse genübergestellt. Im Ergebnis wurde ermittelt, dass die erheblichen Kosten für den Bau, Betrieb und Unterhaltung einer Hochwasserschutzanlage nicht im wirtschaftlichen Verhältnis zu dem verhinderten Schadenspotential für Nieder- als auch für Oberlahnstein stehen.

Aufgrund dieses Ergebnisses empfiehlt die SGD Nord der Stadt Lahnstein alle Möglichkeiten für einzelne Objektschutzmaßnahmen für Einzelgebäude, bis eventuell hin zu ganzen Gebäudereihen, sowie zur Hochwasservorsorge auszuschöpfen. Die Wasserwirtschafts-verwaltung wird die Stadt Lahnstein und ihre Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen. Die SGD Nord hat dieses Ergebnis aktuell der Stadtverwaltung Lahnstein vorgestellt. Dabei wurde die Präsentation der Ergebnisse in einer öffentlichen Veranstaltung vereinbart. Diese Informationsveranstaltung wird am 14.12.16 um 17.00 Uhr in den Konferenzräumen der Stadthalle stattfinden.

Zum Hintergrund:
Die SGD Nord hatte bereits längere Zeit Voruntersuchungen zur Ermittlung eines wirtschaftlichen Hochwasserschutzes in Lahnstein durchgeführt. Wirtschaftlich bedeutet, dass der dadurch zukünftig verhinderte Schaden größer sein muss, als die Investitionskosten für den Bau, Betrieb und Unterhaltung einer solchen Anlage. Im Ergebnis dieser ersten Voruntersuchungen schien ein wirtschaftlicher Hochwasserschutz unter den getroffenen Annahmen grundsätzlich möglich zu sein.

Unter Berücksichtigung der besonderen Abflussbedingungen zwischen Rhein, Lahn und Mosel ergaben die Untersuchungen eine städtebaulich noch vertretbare maximale Schutzhöhe, die einem Hochwasser entspricht, das statistisch gesehen einmal in 20 Jahren eintritt (HQ20 Lahn). Dieses HQ20 Lahn entspricht am "Wirtshaus an der Lahn" einer Schutzwandhöhe von ca. 4,50 m über dem Gelände. In einem Workshop vom Oktober 2012 zum Hochwasserrisikomanagement in Lahnstein wurde diese maximale Schutzhöhe ebenfalls als Empfehlung festgehalten.

Deshalb hatte die SGD Nord einen Auftrag an das auf diesem Gebiet erfahrene Ingenieurbüro Francke & Knittel, Mainz, vergeben. Es mussten noch offenen Fragen bezüglich der Untergrundhydraulik, der städtebaulichen Aspekte, sowie der Denkmalpflege geklärt und berücksichtigt werden. Um auch die Höhe der zu erwartenden Schäden möglichst genau zu ermitteln, hat die SGD Nord daraufhin das auf diesem Gebiet spezialisierte Ingenieurbüro Ruiz Rodriguez, Zeisler, Blank aus Wiesbaden mit der Durchführung einer kleinräumigen Abschätzung des Hochwasserschadenspotentials beauftragt.

Die Detailberechnungen und das zusätzlich erstellte bodenhydraulische Gutachten führten zu dem Ergebnis, dass ein effektiver Hochwasserschutz ohne eine Untergrundabdichtung mit entsprechend erforderlicher Binnenentwässerung nicht realisierbar ist.

Aufgrund der ermittelten durchlässigen Untergrundverhältnisse wären für Nieder- und Oberlahnstein zwei Pumpengalerienanordnungen nötig. Im Bereich der Altstadt von Niederlahnstein und in Teilbereichen von Oberlahnstein ist dabei jeweils eine Untergrundabdichtung bis auf den Fels erforderlich. Dies hätte einen ganzjährigen kostenintensiven Pumpenbetrieb zur Grundwasserregulierung der Binnenentwässerung zur Folge.

Die neuen Erkenntnisse und Berechnungen haben zu einer erheblichen Kostensteigerung der Maßnahme geführt. Demnach sind die nunmehr zu erwartenden Baukosten höher, als die Annahmen über die Summe der zu erwartenden Schäden.

Hochwasserschutz Lahnstein: Vorstellung Machbarkeitsstudie