Wasserwirtschaftliche Maßnahmen im Eifelkreis Bitburg-Prüm wurden mit rund 6,5 Millionen Euro gefördert

Für Mensch und Natur ist Wasser lebenswichtig. Um diese kostbare Ressource zu schützen, unterstützt das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Maßnahmen im Bereich der Wasserwirtschaft finanziell. Für das nördliche Rheinland-Pfalz werden die Fördermittel durch die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord ausgezahlt.

„Rund 6,5 Millionen Euro Fördermittel flossen in wasserwirtschaftliche Maßnahmen im Eifelkreis Bitburg-Prüm. Diese haben wir als obere Wasserbehörde fachlich begleitet. Dazu zählt sowohl die technische Beratung als auch die finanzielle Abwicklung“, so SGD-Nord-Präsident Uwe Hüser.

Ein Großprojekt, welches bislang mit knapp 4 Millionen Euro unterstützt wurde, ist der Neubau der Kläranlage Mettendorf sowie die Herstellung eines zentralen Schlammentsorgungszentrums für den Bereich der Verbandsgemeinde Südeifel. Die Anlage stammt aus dem Jahr 1963 und wurde durch den Anschluss von sechs zusätzlichen Ortschaften sukzessive erweitert und ertüchtigt. Weil sie nicht mehr dem Stand der Technik entspricht, wurde im Frühjahr 2020 mit dem Bau der neuen, modernen Kläranlage begonnen. Sie liegt außerhalb des Ortes Mettendorf und grenzt dadurch nicht mehr an die Wohnbebauung an. Die Kläranlage wird zudem über eine innovative Abwasserreinigung verfügen. Hier kommt das sogenannte „BIOCOS-Verfahren“ zum Zuge, welches eine Weiterentwicklung des Belebtschlammverfahrens ist. Vorteile dieser Methode sind eine kompakte Bauweise und eine damit einhergehende Senkung des Energieverbrauchs. Denn durch den Wegfall der Nachklärungs- und Schlammrückführungsbecken wird auch die Anzahl der Pumpen reduziert, was zu einer Senkung der Betriebskosten führt.

Im Einzugsgebiet der Prüm sind umfangreiche Sanierungsmaßnahmen zur Verbesserung der Abwasserreinigung bereits eingeleitet und umgesetzt worden. Einen wesentlichen Beitrag leistet die neue Kläranlage, indem sie die Zielvorgaben für Phosphoreinträge unterschreitet und somit zu einer signifikanten Nährstoffreduzierung im Gewässer führt. Im Zuge des Neubaus der Kläranlage wird ein stationäres Schlammentwässerungszentrum errichtet. Hier werden Klärschlämme des Bereichs der Südeifelwerke verwertet. Des Weiteren werden Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung mittels Photovoltaik und Stromspeicherung in das Energiekonzept der neuen Kläranlage integriert, so dass zukünftig rund 75% des Stromverbrauchs eigenständig abgedeckt werden können. Somit wird ein wichtiger Beitrag zum Erreichen von Klimaschutzzielen geleistet.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Konzepten für die örtliche Hochwasser- und Starkregenvorsorge. Viele Gemeinden im Eifelkreis Bitburg-Prüm waren in den vergangenen Jahren von Sturzfluten nach Starkregenereignissen betroffen. Die Konzepte sollen kritische Stellen identifizieren und Maßnahmen sowohl der privaten als auch der öffentlichen Vorsorge vorschlagen, um Schäden in Zukunft weitestgehend zu vermindern. Die Konzepte werden unter aktiver Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger erstellt und durch das Land zu 90 % finanziell unterstützt. Zudem berät das Land die Kommunen auch fachlich bei der Erstellung von örtlichen Konzepten für Hochwasser und Starkregen.

Die Fördermittel helfen den Kommunen in der Umsetzung ihrer wasserwirtschaftlichen Aufgaben wie Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung und Gewässerunterhaltung. Gleichzeitig werden somit Anreize zur Verbesserung der technischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Leistungsfähigkeit gesetzt sowie die Kosten für die Bürger bezahlbar gehalten. Gesteuert wird die Vergabe der Gelder durch das Mittelfristige Investitionsprogramm (MIP) unter Berücksichtigung bestimmter Schwerpunkte wie der „Aktion Blau Plus“. Diese ist ein Erfolgsprogramm beispielsweise zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) und umfasst zahlreiche Projekte zur Entwicklung von Gewässern wie Renaturierungen, Maßnahmen zur Erhöhung des Fischbestandes sowie den Rückbau von Wehranlagen. Des Weiteren stehen im Bereich der Abwasserbeseitigung unter anderem technische Verbesserungsmaßnahmen zur Modernisierung von Kläranlagen als wichtige Förder- und Tätigkeitsschwerpunkte auf der Agenda. Auch der „Wassercent“ trägt zum Schutz des wertvollen Guts bei. Diesen hat die Landesregierung im Jahr 2013 eingeführt. Die Einnahmen daraus sind zweckgebunden und werden zur nachhaltigen Gewässerbewirtschaftung eingesetzt. Die Fördermittel werden als Zuschuss oder als Darlehen gewährt. Je nach Art des Vorhabens kann der Zuschuss bis zu 95 Prozent der förderfähigen Kosten betragen. Die Darlehenshöhe wird nach dem jährlichen Entgeltbedarf mit bis zu 70 Prozent bewilligt.

Weitere Informationen unter: www.sgdnord.rlp.de