Pressemitteilung des Klimaschutzministeriums

Katrin Eder: „Energieeffizienz und Eigenstromversorgung elementare Bausteine einer klimaneutralen Abwasserwirtschaft“

 

Klimaschutzministerin übergibt Förderbescheide über knapp sieben Millionen Euro für Abwasserprojekte im Landkreis Altenkirchen

„Wir alle spüren den Klimawandel und seine Folgen​ sehr deutlich. Der Kampf gegen die wachsende Erderwärmung muss daher auf allen Ebenen und mit aller Entschiedenheit geführt werden. Zudem zeigt der Angriffskrieg gegen die Ukraine, dass Klimaschutz und der Ausstieg aus den fossilen Energien zwingend notwendig sind, um unsere Umwelt zu schützen und uns bei der Energieversorgung unabhängig von autoritären Staaten zu machen. Auch die Wasserwirtschaft kann hierzu einen wichtigen Beitrag leisten. 

Stand bisher die Reinigungsleistung und die Sicherheit der Entsorgung im Vordergrund, muss nunmehr gleichrangig die Energieeffizienz und die Eigenstromerzeugung bei den Anlagen immer mitgedacht und entsprechende Maßnahmen umgesetzt werden. Die Baumaßnahmen hier im Landkreis sind beeindruckende Belege dafür, dass immer mehr Kommunen dieses Thema konsequent aufgreifen und die Vision einer klimaneutralen Abwasserwirtschaft immer greifbarer wird“, sagte Klimaschutzministerin Katrin Eder heute in Wallmenroth, wo sie auf der Kläranlage Muhlau zwei Förderbescheide über insgesamt rund 6,9 Millionen Euro überreichte.

Für das Projekt zur Klärschlammverwertung, -trocknung und Eigenstromerzeugung auf der Kläranlage Muhlau überreichte die Ministerin einen Bescheid über fast 3,2 Millionen Euro an Bernd Brato, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain und stellvertretender Vorsitzender der Kommunalen Klärschlammverwertung Region Altenkirchen. Mit den Fördermitteln wird auf dem Gelände der Kläranlage Muhlau eine Klärschlammverbrennungsanlage mit vorgeschalteter Klärschlammtrocknung errichtet. Auch soll auf der Betriebshalle der Klärschlammverbrennungsanlage eine 500 Quadratmeter große Photovoltaik-Anlage installiert werden. 
Bei dem Verwertungsprozess entziehen die Trockner dem angelieferten Klärschlamm mittels Trockenluft die Feuchtigkeit. Die hierfür notwendige Energie kommt aus der Verbrennung des Klärschlamms. In der Anlage sollen nach der Fertigstellung Klärschlämme aus dem gesamten Landkreis Altenkirchen, angrenzenden Gemeinden aus dem Westerwaldkreis sowie grenzüberschreitend aus Nordrhein-Westfalen behandelt werden.

"Ich freue mich, dass die SGD Nord das Projekt erfolgreich bei der Genehmigung sowie bei der Förderung fachlich begleitet und somit einen Beitrag zur dezentralen Klärschlammverbrennung geleistet hat“, sagte SGD-Nord-Präsident Wolfgang Treis.

„Die Errichtung der Klärschlammverwertungsanlage ist ein Paradebeispiel für eine funktionierende interkommunale Zusammenarbeit“, lobte Fred Jüngerich, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld.

An Fred Jüngerich überreichte die Ministerin einen weiteren Förderbescheid über rund 3,7 Millionen Euro. Mit den Geldern unterstützt das Land den Umbau und die Erweiterung der Gruppenkläranlage Mehrbachtal. An diese wird während des laufenden Betriebs die Teichkläranlage Hasselbach-Weyerbusch angeschlossen und auf 7.850 Einwohnerwerte erweitert. Dazu sollen die bestehende Schlammentwässerung und die Fällmitteldosierstation umgebaut bzw. ertüchtigt werden.
Im Vorfeld der Baumaßnahmen hatte die Verbandsgemeinde eine Potentialanalyse erstellen lassen. Diese hatte ergeben, dass sich jährlich rund 45.000 kWh Strom bzw. 28 Tonnen CO2 einsparen lassen. Dazu wird die renovierte und erweitere Anlage durch die bessere Reinigungsleistung auch den Gewässerschutz deutlich verbessern.

„Unsere wichtige Infrastruktur der Abwasserbeseitigung ist darauf angewiesen, dass die kommunalen Maßnahmenträger diese Einrichtungen rund um die Uhr bestmöglich betreiben und durch regelmäßige Investitionen ständig optimieren. Beide Aufgaben erfordern große Anstrengungen, denn die Herausforderungen sind beachtlich. Sowohl hier am Standort der Kläranlage Muhlau wie auch in der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld wird dies auf vorbildliche Art und Weise angepackt und gemeistert“, so Klimaschutzministerin Katrin Eder abschließend.​