Lesung in der SGD Nord erinnert an die grausamen Gewaltaktionen der Nationalsozialisten

Es war ein geschichtsträchtiges Datum, zu dem Wolfgang Treis und PD Dr. Margit Theis-Scholz ihre Gäste in die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord eingeladen hatten. Am 9. November – jenem Tag, der auch als „Schicksalstag der deutschen Geschichte“ gilt – richteten der Präsident der SGD Nord und die Kulturdezernentin der Stadt Koblenz zum kollektiven Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht eine Lesung aus. Die „Literarische Mittagspause“ fand bereits zum fünften Mal statt und wird seit jeher durch den Autor Ernst Linde-Heimes geprägt. In diesem Jahr las er aus seinem Roman „Der Sommer, der alles veränderte“.

Die Rahmenerzählung spielt drei Jahrzehnte nach Kriegsende – doch durch die Verhaftung einer der Hauptfiguren entwickelt sich die Geschichte in eine Zeitreise in das Jahr 1944, in dem die deutschen Besatzer ein grausames Massaker in Maillé (Frankreich) anrichteten. Ernst Linde-Heimes hatte für die Lesung jenes Kapitel ausgewählt, in dem das Kriegsverbrechen, das vielen Bewohnern der französischen Gemeinde das Leben gekostet hat, thematisiert wird.

SGD-Nord-Präsident Wolfgang Treis beschrieb die Wirkkraft, die diese Textstelle entfaltet: „Es sind Zeilen, die erschüttern, die zum Nachdenken anregen, die deutlich machen: So etwas darf nie wieder geschehen!“ PD Dr. Margit Theis-Scholz betrachtet die Veranstaltung als wichtigen Beitrag zu diesem übergeordneten Ziel: „Die literarische Mittagspause mit Ernst Linde-Heimes am 9. November ist zu einer festen und wichtigen Institution im literarischen Jahreskalender der Stadt Koblenz geworden. Wir können uns glücklich schätzen, dass wir mit Herrn Linde-Heimes einen Autor in unserer Stadt beheimaten, der sich mit ungebrochenem Engagement der wichtigen Erinnerungsarbeit widmet. Der Besuch der ‚Literarischen Mittagspause‘ ist für jeden Besucher eine eindrückliche Möglichkeit, an einem besonderen Tag der deutschen Geschichte für einen Moment innezuhalten.“