Ausschnitt der Gebietskarte Welterbe © SGD Nord

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Workshops 2012

Tourismus

SGD Nord Präsident Uwe Hüser begrüßte 90 Teilnehmer zum ersten Workshop mit dem Thema „Tourismus“. Damit leitete er die Beteiligungsphase im Masterplanprozess Welterbe Oberes Mittelrheintal ein.

Der Workshop startete mit Impulsreferaten. Claudia Schwarz, Geschäftsführerin der Romantischen Rhein Tourismus GmbH, referierte über die Erfolge im Tourismus und motivierte die Teilnehmer, sich aktiv in den Prozess mit einzubringen. Dr. Achim Schloemer, Geschäftsführer der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH, legte den Fokus auf die Sicht des ausländischen Gastes und dessen Erwartungen an den romantischen Rhein.

In einer Expertenrunde mit Nadya König-Lehrmann, Welterbemanagerin und Geschäftsführerin des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal, Gereon Haumann, Präsident des DeHoGa Rheinland-Pfalz und seinem regionalen Kollegen Lothar Weinand, Präsident des DeHoGa Rheinland und Gastronom auf der Burg Sterrenberg sowie Andreas Stüber, Inhaber Rhein-Hotel Stüber’s Restaurant, wurde das touristische Profil und die Herausforderungen der Zukunft diskutiert. Danach waren die Teilnehmer gefragt. Moderiert durch die Firma entra aus Winnweiler, wurde zunächst der Status Quo erarbeitet und bewertet. Dabei konnten Stärken, Engpässe und Herausforderungen für das Mittelrheintal gemeinsam definiert werden. Zur Frage: „Wo stehen wir in zehn Jahren?“ brachten sich die Akteure mit ihren Visionen und Ideen kreativ ein. Im Ergebnis gab es zehn Handlungsfelder:

Saisonverlängerung, Qualitätssteigerung, Kooperation und Kommunikation, gemeinsame Strukturen, Gastgeber, Kulturgeschichte inszenieren, Wanderregion, Regionalität, Strandbäder und alternative Übernachtungsmöglichkeiten.

Daraus wurden konkrete Projektskizzen mit Zielen, Strategien, Beteiligten und die Festlegung der nächsten Schritte abgeleitet.

Mobilität, Verkehr und Lärm

SGD Nord-Präsident Uwe Hüser begrüßte mehr als 90 Teilnehmer zum zweiten Workshop im Masterplanprozess mit den Themenschwerpunkten Mobilität, Verkehr und Lärm in der Jugendherberge in Kaub. Neben für diesen Themenkomplex wichtigen Funktionsträgern waren besonders viele Bürgerinnen und Bürger sowie Initiativen der Einladung der SGD Nord gefolgt. Bei dem Workshop sollten sowohl Ziele für die nächsten Jahre als auch langfristige Visionen formuliert werden.

Der Workshop startete mit einem Impulsreferat durch Günter Kern, Landrat des Rhein-Lahn-Kreises sowie Vorsteher des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal. Er gab einen umfangreichen Überblick über die derzeitige Situation im Welterbetal und wies auf die vielfältigen Herausforderungen der Zukunft hin.

In zwei parallelen Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmer über die beiden Themenschwerpunkte Rheinquerung und Lärm. Moderiert durch die Firma entra aus Winnweiler wurden in beiden Gruppen zunächst alternative Lösungsansätze ermittelt. In kleineren Gruppen wurden diese tiefergehender bearbeitet. Dabei definierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Engpässe, Ziele und Visionen sowie Strategien und benannten mögliche Beteiligte. Die Ergebnisse der einzelnen Gruppen wurden innerhalb der jeweiligen Gesamtgruppe präsentiert. In der Mittagspause hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit, die Ergebnisse des jeweils anderen Arbeitskreises zu begutachten.

Am Nachmittag berichtete Dipl. Ing. Michael Schimek, Geschäftsführer des Arbeitskreises Wachau, über das Mobilitätskonzept der Welterberegion Wachau. Dieses gilt als gutes Beispiel für die Mobilität in einem ländlichen Raum, der durch einen Fluss geteilt wird. Nach dem Vortrag wurden Themen der Mobilität im Oberen Mittelrheintal zusammengetragen, die die Teilnehmer wiederum erörterten. In sechs Arbeitsgruppen wurden konkrete Projekte mit Engpässen, Zielen und Visionen, Strategien und Beteiligten zu den Handlungsfeldern ÖPNV und insbesondere die Anbindung der Höhengemeinden, touristische Angebote, Ortszugänge, Gefahrguttransporte, Radwege, Klima- und Umweltschutz erarbeitet und anschließend im Plenum vorgestellt.

Wirtschaft und Energie

Über 90 Teilnehmer waren in die Stadthalle Lahnstein gekommen, um gemeinsam an der Weiterentwicklung des Welterbetales mitzuarbeiten. „Ich freue mich besonders, dass in diesem Workshop auch Schülerinnen und Schüler eingebunden werden, denn uns ist die Meinung besonders der jungen Generation wichtig“, so Vizepräsident David Langner in seiner Begrüßung. „Das Ziel auch im Welterbetal lautet: Arbeitsplätze zu erhalten und jungen Menschen eine Perspektive zu bieten.“

In zwei Arbeitsgruppen beschäftigten sich die Teilnehmer mit den Themen Wirtschaft und Energie. Der Workshop Energie startete mit einem Impulsreferat durch Thomas Geib und Dr. Andreas Neff vom Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung, die in ihren Ausführungen einen Überblick über die Möglichkeiten zur Energiewende im Oberen Mittelrheintal gaben sowie auf die vielfältigen Herausforderungen der Zukunft hinwiesen. Auch Vizepräsident David Langner hatte zu dieser Thematik bereits in seiner Begrüßung unterschiedliche Fragen eingebracht: „Welchen Interessensausgleich kann es zwischen Denkmalschutz und Landschaftsbild einerseits und dem Einsatz erneuerbarer Energien andererseits geben? Welche Solidarmodelle zum finanziellen Ausgleich für Gemeinden ohne potentielle Windenergiestandorte aufgrund des Welterbes kann es zwischen den Kommunen geben?“ Langner ist verwies darauf, dass die Fortschreibung des Landesentwicklungsplan IV Grenzen setzt, aber auch Spielräume für die SGD Nord offen lässt.

Die anschließenden Expertenrunde mit Martin Kittelberger (Leitender Planer der Planungsgemeinschaft Mittelrhein-Westerwald), Dr. Andreas Neff (Referent für Energietechnik, Energieeffizienz, Erneuerbare Energien des Ministeriums für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung), Oliver Rechenbach (Geschäftsführer der EOR), Gerlinde Wolf (Architektenkammer Rheinland-Pfalz), sowie Professor Dr. Heinz-Günter Horn (Stellvertretender Vorsitzender des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz), setzte sich mit den Themen Solarenergie und Energie Einsparpotentiale im Welterbegebiet intensiv auseinander.

In dem Workshop Wirtschaft informierte Kathrin Heinrichs von der IHK Koblenz über den Wirtschaftsstandort Mittelrhein. Anschließend präsentierte Achim Kistner, Geschäftsführer des Regionalrates Wirtschaft Rhein-Hunsrück e.V., über die Möglichkeiten der regionalen Wirtschaftsförderung. Auch hier wurde in Form einer Expertenrunde mit Ralf Junker (Geschäftsführer der BOMAG Fayat Group), Norbert Kummermehr (Geschäftsführer VIA), Martin Melzer (Melzer Kälte + Klima GmbH) sowie Harald Düster (Kaufmännischer Leiter Sebapharma GmbH & Co. KG) über die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes diskutiert.

Die Ergebnisse wurden Staatsministerin Eveline Lemke vorgestellt und gemeinsam mit ihr diskutiert. Sie lobte das Engagement der Teilnehmer und die guten Ergebnisse der Arbeitsgruppen und unterstrich weiter, dass nur eine gemeinsame Vision zum Erfolg führen kann. "Es ist mir ein persönliches Anliegen, junge Menschen für das Bleiben im Welterbegebiet oder die Rückkehr dorthin nach dem Studium, zu begeistern. Wenn wir heute über Zukunftsbilder und Perspektiven diskutieren ist es wichtig, auch die Bedürfnisse und Zukunftsvorstellungen unserer jungen Erwachsenen zu erfahren und in langfristige Strategien einzubinden. Dazu dient auch der Masterplanprozess“, so Lemke.

Kommunen entwickeln

Mehr als 60 Teilnehmer kamen ins Rüdesheimer Rathaus, um am vierten Masterplan-Workshop zum Thema „Kommunen entwickeln“ teilzunehmen. „Der demografische Wandel ist im Welterbetal genauso wenig aufzuhalten, wie andernorts. Es geht darum, diesen Prozess zu gestalten. Ich freue mich, dass Sie daran teilhaben wollen“, so Präsident Uwe Hüser bei der Begrüßung.

Der Workshop startete mit zwei Impulsreferaten. Philipp Goßler von der Universität Trier erläuterte den demografischen Wandel im Welterbetal, seine Auswirkungen und die damit verbundenen Herausforderungen. Professor Emil Hädler von der Fachhochschule Mainz stellte die Pilotstudie zur integrierten Wohnbestandsentwicklung am Beispiel der Stadt Oberwesel vor.

In einer Diskussionsrunde setzten sich sechs Experten mit den Themen Nahversorgung, Gesundheit, Flächenmanagement, Siedlungsflächenentwicklung, Bildung und Breitband-Internetzugang auseinander. Mit dabei waren Martin Orth vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Andrea Lagemann und Dr. Gerd Rojahn vom Rheinland-Pfälzischen Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung, Rainer Hub von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, Rainer Zeimentz von der Projektentwicklungsgesellschaft des Landes Rheinland-Pfalz und Gabi Weber vom Deutschen Gewerkschaftsbund.

In Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmer über die sechs zuvor im Plenum erarbeiteten Themen: Regionale Zuwanderung/Familien/Jugend, Grundversorgung vernetzt/Zielgruppe ältere Menschen, Infrastruktur/Immobilienmanagement, Struktur des Partizipations- und Planungsprozesses/Gebietsreform, Bildung, Lebensqualität in den Stadtkernen. Dabei definierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Engpässe, Lösungsansätze, Ziele und Strategien und benannten mögliche Beteiligte. Die Ergebnisse der einzelnen Gruppen wurden der gesamten Gruppe präsentiert.

Kultur: Landschaft, Bauen, Tourismus, Geschichte und mehr

In der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord trafen sich mehr als 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, um am fünften Masterplan-Workshop teilzunehmen. Im Mittelpunkt stand die Kultur mit all ihren Facetten bezüglich der Landschaft, dem Bauen, dem Tourismus und der Geschichte des Welterbetals.

Am Vormittag führten drei Expertenrunden zu den Kernthemen des Workshops hin. Um die Baukultur ging es bei Thomas Vogt von der SGD Nord, Helena Linzer von der Technischen Universität Wien, Jürgen Sommer von der Planergruppe Heichel, Thomas Metz, Direktor der Generaldirektion Kulturelles Erbe und Petra Bittkau, die LandschaftsArchitekten Bittkau – Bartfelder + Ingenieure.

In der Expertenrunde Kulturlandschaft stellten Martin Orth vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesplanung, Peter Jost vom Weingut Hahnenhof in Bacharach und Landrat Günter Kern, Vorsteher des Welterbe-Zweckverbandes, sich den Fragen der Moderatoren der Firma entra aus Winnweiler.

Die dritte Expertenrunde widmete sich der Inszenierung der Kultur. Rede und Antwort standen Hans-Dieter Gassen, SGD Nord-Präsident a.D., Winzer Matthias Müller und Claudia Schwarz von der Romantischer Rhein Tourismus GmbH.

Im Plenum wurden Themen erarbeitet, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer später in Arbeitsgruppen diskutierten. Als Überschriften wählten sie: Kulturlandschaft, Baukultur, Sensibilisierung/Identität/Innenmarketing, Inszenierung der Kultur. Dabei definierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Engpässe, Lösungsansätze, Ziele und Strategien und benannten mögliche Beteiligte. Die Ergebnisse der einzelnen Gruppen wurden vor der gesamten Gruppe präsentiert.

„Der Workshop hat klar gemacht, dass es im Oberen Mittelrheintal eine vielfältige Kultur gibt. Diese gilt es, stärker zu bündeln, bekannt zu machen und in das Bewusstsein der Menschen zu bringen“, so Präsident Uwe Hüser.

Regionale Identität

Zum letzten Masterplan-Workshop kamen mehr als 50 Teilnehmer in die Mittelrheinhalle nach Bacharach. SGD Nord-Präsident Uwe Hüser konnte besonders viele Jugendliche begrüßen. Vier Vertreter des Filsener Jugendbeirats begleiteten Ortsbürgermeister Berthold Dorweiler. Von der Realschule Oberwesel kamen 13 Schülerinnen und Schüler. Gemäß dem Motto der UNESCO-Projektschule „Global denken, lokal handeln“ brachten sie sich aktiv in den Workshop ein. „Sie sind die Zukunft des Mittelrheintals. Deshalb ist ihre Mitarbeit bei der Entwicklung von Perspektiven für das Welterbetal sehr wertvoll“, so Hüser.

Zum Aufwärmen tauschten alle Teilnehmer ihre Gedanken zum Welterbetal aus. Worauf sind wir stolz? Was unterscheidet uns von anderen Regionen? Womit identifizieren wir uns? Auf das Thema eingestimmt verfolgten sie den Vortrag von Markus Pfeifer, Geschäftsführer der Regionalmarke EIFEL GmbH. Er berichtete über die Entwicklung dieser Marke, die Chancen des regionalen Wir-Gefühls und die erfolgreiche Vermarktung von Qualitätsprodukten aus der Eifel.

In zwei Expertenrunden wurden die Themen vertieft. Regionale Produkte und regionales Marketing erörterten Hiltrud Specht, Geschäftsführerin des Mittelrhein-Wein e.V. und Frank Boewingloh, Mitbegründer des Projekts Mittelrheinkirsche des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum Westerwald-Osteifel. Regionale Strukturen, Identität und Welterbeverträglichkeit waren Themen in der zweiten Expertenrunde. Hier diskutierten Hans-Egon Baasch, Leiter der Oberen Landesplanungsbehörde a.D., SGD Nord-Präsident Uwe Hüser, sein Amtsvorgänger Hans-Dieter Gassen, Torsten Raab, Leiter der Hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön, und Landrat Günter Kern, Vorsitzender des Zweckverbands Welterbe Oberes Mittelrheintal.

In Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmer die vier zuvor im Plenum erarbeiteten Themen: Wissen um das Welterbe/Kultur, Begeisterung/Identität, Perspektiven für die Jugend/Infrastruktur, Dachkommunikation/Regionalmarke. Dabei definierten sie Engpässe, Lösungsansätze, Ziele und Strategien und mögliche Beteiligte. Diese wurden im Plenum präsentiert. Moderiert wurde der Prozess durch die Firma entra aus Winnweiler.

In seinem Schlusswort dankte Hüser allen Beteiligten: „Es war ein effektiver Prozess, in dem wir eine gute Grundlage für die Erstellung des Masterplans erarbeitet haben.“

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