Ausweisung von Naturschutzgebieten

Naturschutzgebiete sind Flächen, die besonders schützenwert sind. Die Schutzgründe können dabei vielfältig sein. Meist sind es wertvolle Biotopflächen oder seltene Tier- oder Pflanzenarten, die geschützt werden müssen. Viele Naturschutzgebiete sind darüber hinaus aber auch aus wissenschaftlichen oder naturgeschichtlichen Gründen oder wegen der besonderen Eigenart und Schönheit der Landschaft  geschützt.

Die Obere Naturschutzbehörde bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord ist zuständig für die Ausweisung von Naturschutzgebieten.
Die Ausweisung eines Naturschutzgebietes kann nach externer Anregung – z.B. durch einen anerkannten Naturschutzverein – oder von „Amts wegen“ veranlasst werden.
Der Verfahrensweg zur Unterschutzstellung ist in den einschlägigen Vorschriften des Bundes-und Landesnaturschutzgesetzes vorgegeben.
Zunächst wird von der Oberen Naturschutzbehörde umfassend geprüft, ob das Gebiet die Voraussetzungen für die Ausweisung zum Naturschutzgebiet erfüllt. Neben der Schutzwürdigkeit, d.h. dem Nachweis wertvoller Biotopstrukturen oder seltenen Tier- und Pflanzenarten, muss die Unterschutzstellung des Gebietes auch erforderlich sein.
Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, wird von der Oberen Naturschutzbehörde der Entwurf einer auf das jeweilige Gebiet zugeschnittenen Rechtsverordnung sowie einer Übersichtskarte, auf der die Grenzen des künftigen Naturschutzgebietes eingezeichnet sind, erarbeitet.
Im ersten Schritt des sich anschließenden, formellen Verfahrens werden die Träger öffentlicher Belange sowie die anerkannten Naturschutzvereine und der Beirat für Naturschutz bei der oberen Naturschutzbehörde beteiligt. Insgesamt werden in diesem Verfahrensschritt durchschnittlich ca. 50 unterschiedliche Stellen (Behörden, Kommunen, Kammern, Versorgungsunternehmen, Naturschutzvereine u. s. w.) angehört.
Anschließend  erfolgt die sog. „Offenlage“. Hierbei wird der Entwurf der Rechtsverordnung mit den dazugehörenden Karten einen Monat zur Einsicht in der zuständigen Stadt- oder Gemeindeverwaltung öffentlich ausgelegt. Jeder, dessen Belange durch das Vorhaben berührt sein können, kann in diesem Verfahrensschritt Anregungen und Einwendungen vorbringen.
In beiden Verfahrensschritten setzt sich die Obere Naturschutzbehörde intensiv mit den vorgetragenen Anregungen auseinander. Nach Abschluss dieses Abwägungsprozesses werden Rechtsverordnung und Kartenmaterial dann endgültig fertiggestellt, vom Präsidenten der SGD-Nord unterzeichnet und im Staatsanzeiger von Rheinland-Pfalz veröffentlicht. Danach ist die Ausweisung des Naturschutzgebietes rechtskräftig.

Im Zuständigkeitsbereich der Oberen Naturschutzbehörde gibt es aktuell 300 rechtskräftig ausgewiesene Naturschutzgebiete. Informationen zu diesen Naturschutzgebieten können Sie rechts über den link im Downloadbereich abrufen.


Beispiele für ausgewiesene Naturschutzgebiete im Bereich der SGD Nord

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Biotopbetreuung

1,9 Prozent der Landesfläche von Rheinland-Pfalz sind Naturschutzgebiete, 19,4 Prozent der Landesfläche wurden als NATURA 2000 Gebiete (FFH-Gebiete – Flora-Fauna-Habitat  und Vogelschutzgebiete) ausgewiesen. Gut ein Viertel dieser Bereiche gehören zum Offenland, insbesondere das Grünland von Trockenrasen über Mähwiesen und Weiden  bis hin zu Feucht- und Nasswiesen. Alle diese Offenland- und Halboffenlandbiotope sind durch die Bewirtschaftung des Menschen aus den ursprünglichen mitteleuropäischen Waldlandschaften hervorgegangen. Heutzutage beschränkt sich die landwirtschaftliche Nutzung des Grünlandes vielfach auf großflächige, maschinell gut zu bewirtschaftende Bereiche während zu feuchte, zu trockene oder zu steile Flächen zunehmend aus der Nutzung fallen und sich langfristig im Zuge der „Natürlichen Sukzession“ über Hochstaudenfluren und Gebüsche wieder zu Wald entwickeln. Da jedoch der überwiegende Teil unserer heimischen Tier- und Pflanzenwelt offene Landschaften besiedelt, ist es notwendig, genügend offene Landschaftsteile langfristig zu erhalten.
Dies geschieht in der Regel durch sogenannte Biotoppflegemaßnahmen, die im Grunde die Fortsetzung ehemaliger, heute selten gewordener Bewirtschaftungsformen wie z.B. die Beweidung magerer Standorte mit Ziegen und Schafen oder Robust Rassen von Rindern und Pferden oder die Mahd von Streuwiesen. In der Regel werden solche Maßnahmen von Umweltverbänden, spezialisierten Fachfirmen oder örtlichen Landwirten durchgeführt, die sich hier ein zusätzliches finanzielles „Standbein“ geschaffen haben.
In einem Verwaltungsbezirk wie der SGD Nord mit 14 Landkreisen von der luxemburgischen und belgischen bis zur hessischen und nordrhein-westfälischen Grenze, ist es unmöglich, vom zentralen Standort Koblenz aus die gesamten weit über 1500 jährlich durchzuführenden Maßnahmen zu steuern und zu organisieren. Zu diesem Zweck wurde bereits in den 90ger Jahren das System der Biotopbetreuung geschaffen, das sich bis heute hervorragend bewährt hat.
Die Biotopbetreuer/innen haben in der Regel eine Ausbildung als  Biologen, Geographen, Dipl. Ingenieure der Landespflege oder ähnlichen Fachrichtungen, zum Teil werden auch kleine Büros mit mehreren Mitarbeitern beauftragt. Sie sind über Werkverträge beim Landesamt für Umweltschutz und Gewerbeaufsicht in Mainz angestellt und fachlich der SGD Nord unterstellt, die auch die Landesmittel für die umzusetzenden Maßnahmen bereitstellt. Hauptaufgabe der Biotopbetreuer/innen ist die Organisation und Steuerung der Biotoppflegemaßnahmen, die aus der Ausschreibung bzw. der Suche nach geeigneten Personen und Firmen, der Vorgabe der notwendigen Leistungen und der Kontrolle des Erfolges besteht. Weiterhin zählen Öffentlichkeitsarbeit und Information der Kreisverwaltungen zu den Aufgaben der Biotopbetreuung. Die Erteilung der einzelnen Aufträge für die Maßnahmen und die Vergütung derselben obliegen der Oberen Naturschutzbehörde bei der SGD Nord.
Die Einrichtung der Biotopbetreuung hat sich in den letzten fast zwanzig Jahren als höchst effektives und erfolgreiches Instrument des staatlichen Naturschutzes erwiesen.

Laufende Verfahren

Bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord befinden sich die nachstehenden Gebiete im Verfahren zur Ausweisung als Naturschutzgebiet.

Über die nachfolgenden Einträge erhalten Sie jeweils weitere Informationen zu den einzelnen Verfahren:

Zurzeit gibt es keine laufenden Unterschutzstellungsverfahren.

Ansprechpartner/in

Muriel Schmitz
Tel.: 0261 120-2078